Young visitors

Blue water cruisers by definition visit many places all around the globe. Sometimes we find ourselves in a place we would attribute with the word paradise. This may be our impression when we spot the most beautiful beaches, rock formations or palm trees. But those palm trees or the roof of the hut behind the beach may cover poverty and anything else than paradise. And as often in such situations, the weakest are the ones which starve the most.

So it would be nothing else but human to meet these people and try to give them some comfort. This is many times easier said than done. Cornell Sailing offered us the opportunity to cover a bit of our responsibility by bringing us together with the kids from the local SOS Children Village. Ahead of that event, the crews from our rally donated money to buy a trumpet, an e-piano and an accordion for the local kids music group.

When Saturday came, drums on the pontoon would announce a crowd of girls and boys from that SOS Children’s village. They were given the possibility to meet us on the boats. We welcomed four of them aboard Yuana. As soon as I indicated that four is a good number to start with, one girl on deck and on one left on the pontoon started to cry and calling each other to come. They seemed to be sisters who were very much afraid from being separated from each other. Who knows that they had to experience earlier in their lives? So we weren’t hesitating to have the sister on board as well.

Inside the boat, our son would invite them to play with the paper roller coaster he developed over the past days. He would give them the balls made of crumpled aluminum foil. Everybody enjoyed playing the game. The daughter would take them into the sleeping room and suddenly now eight kids were sitting on the beds, wondering how soft a bed can be. We gave some finger rings and necklaces as a present. Back they went with a warm souled woman they would call ‘Mama’. Together we went to the big gathering for some culinary refreshments and local music. This was also there the music instruments were handed over.

Cornell Sailing made it a tradition for many years that the sailors of their Rallies can contribute directly to local aid projects. Taking into account the number of rallies throughout the year and contributors year after year, one would expect that this engagement makes a difference for the receivers. We saw many happy children’s eyes.

Tag 5 & 6 – Fliegende Fische

Als Kind dachte ich, dass fliegende Fische ins Reich von Peter Pan und 1001 Nacht gehören. Die Kombination von Fliegen und Schwimmen wollte einfach nicht so recht zusammenpassen. Kann sich jemand ernsthaft vorstellen, dass entweder ein U-Boot fliegen oder ein Flugzeug nach Belieben abtauchen kann? Das waren so meine Gedanken als kleiner Knirps, während die anderen Jungs sich auf dem Gras mit viel Körpereinsatz um einen Ball gestritten hatten, haha.

Nun habe ich die fliegenden Fische mit eigenen Augen gesehen, und beobachte folgendes: Es ist nicht etwa so, dass sie aus dem Wasser springen, um nach einigen segelnd zurückgelegten Metern zurück ins Wasser zu platschen. Nein, sie fliegen aktiv, und zwar mehr als 50 Meter weit. Sie passen ihre Flugbahn den Wellen an. Sie fliegen mit geschätzten 10 Metern pro Sekunde und sind dabei über einen Meter über der Wasseroberfläche. Sie können keine engen Kurven fliegen. Um zu steuern und müssen sie sich in die Kurve legen.

Der Flug sieht schnittig und grazil aus. Würde man diese unglaublichen Tierchen mit einem kleinen Sportflugzeug à la Breitling vergleichen, so wäre eine ordentliche Nordseemöve dagegen bereits ein Airbus A380. Natürlich muss man bei diesem zugegebenermassen sonderbaren Vergleich bedenken, dass der Breitling nach einem Taucher bei aller Wendigkeit nicht mehr selber in die Luft kommt. Da die fliegenden Fische nebst der eingeschränkten Lenkfähigkeit offensichtlich nachts nicht sonderlich gut sehen können, muss man morgens jeweils eine Hand voll Kadaver vom Deck über Bord befördern.

Wenn es anstatt der tausenden von fliegenden Fischen nur etwas mehr Thunfische, Goldmakrelen, Delfine und Wale gäbe! Mit dem Fischen und Fish Watching waren wir nicht besonders glücklich auf dieser Tour. Den andern Schiffen ist es auch nicht viel anders ergangen.

Dafür war schön, dass wir uns täglich um 10 Uhr über Funk mit der Crew von A Capella of Belfast unterhalten haben. Man fragt gegenseitig, wie die letzte Nacht war, wer welche Schiffe aus unserer Rally um sich herum hat, oder bespricht technische Themen. Zunächst schien mir das etwas belanglos, aber immer wieder kommt man so an brauchbare Informationen heran. Bei uns an Bord haben stets alle gespannt mitgehört, was auf dem anderen Schiff gerade läuft. Die Funkrunde hat schnell einen festen Platz im Tagesablauf eingenommen.

Besonders luxuriös fanden wir das Körpergefühl nach dem Duschen. Das Duschen selbst ist wegen der Wellen eine mühsame Angelegenheit. Daher und auch wegen dem Wasserverbrauch gönnt man sich keine tägliche Dusche. Wenn man jedoch geduscht hat und getrocknet ist, dann stellt sich ein normalerweise unerkannt flauschiges Hautgefühl ein, angeblich auch bei den weniger behaarten Frauen ;-). Das kommt wohl daher, dass endlich mal wieder die salzige Schmiere von der Haut weg ist, welche Feuchtigkeit bindet.

Nun sind wir nach exakt sechs Tagen Fahrzeit in Mindelo ankommen. Weil wir volle sechs Tage und nicht nur fünf Tage auf São V bleiben wollen, haben wir in den letzten drei flauen Nächten mit dem Diesel etwas nachgeholfen, wie einige andere auch. Seglerisch waren Yuana und wir ein ganz tolles Team. Wir freuen uns alle, dass Jeanette auch dabei ist, wenn wir am 23. November nach Barbados aufbrechen! Genauso freuen wir uns auch auf ein sechstes Crew-Mitglied, welches in den nächsten Tagen in Mindelo zu uns stossen wird.

Etmale:

6. Tag: 146nm

5. Tag: 150nm

4. Tag: 150nm

3. Tag: 148nm

2. Tag: 126nm

1. Tag: 134nm

Total:

– Santa Cruz de Tenerife nach Mindelo:854nm (1582km)

– Makkum (NL) nach Mindelo: 3265nm (6047km)

Ab in die Kapverden!

Es ist der 11. November 2017 und der Tag, an dem unser transatlantisches Segelabenteuer startet. Es ist auch der Tag, an welchen P&K zu Hause ihren 45. Hochzeitstag feiern. Herzlichen medialen Glückwunsch!

Seit drei Tagen ist Jeanette aus Schweden bei uns an Bord, und sie hat uns bei der Erledigung der letzten Pendenzen super mitgeholfen.

Jeanette hat für uns die Grab Bag gepackt. Das ist die Tasche, in welche man alle Dinge steckt, welche man im unwahrscheinlichen Falle eines Schiffsverlustes auf See mit auf die Rettungsinsel nimmt. Darin befinden sich z.B. auch die Reisepässe, Signalraketen und eine Sicherungskopie der elektronischen Daten. Jeanette hat die wichtige Rolle, diese Grab Bag im Falle des Falles mit auf die Rettungsinsel zu nehmen.

Manuela hat gehaushaltet wie verrückt, alle Textilien nochmal gewaschen, und zwei Zentner an Lebensmitteln gekauft und eingeräumt. Zum Glück sind darunter auch viele Flaschen Wein, welche hier gut und günstig und in der Karibik sehr teuer sind. Nicht zuletzt hat Manuela einige Mahlzeiten vorgekocht, so dass wir die ersten Tage auf See nur möglichst wenig Zeit unter Deck in der Küche verbringen müssen. Ausser den Vorräten in der Küche wurden natürlich auch Wasser, Diesel und Gas gebunkert.

Markus hat derweil nochmals die ganze Technik an Bord durchgecheckt. Die bisher nicht immer zuverlässige Satellitenkommunikation wurde neu aufgesetzt. Die Crew hat eine tiefgehende Sicherheitseinweisung erhalten. Beim Skippers-Briefing wurden Aus- und Einreiseformalitäten besprochen, und es wurde auch nochmals auf die Risiken der schnell wechselnden Winde im Südosten von Teneriffa aufmerksam gemacht. Diese Winde sind unkritisch wenn man sich der Situation bewusst ist. Wir werden das bereits vor dem Eindunkeln heute bewältigt haben.

Die Kinder haben die Signalflaggen zusammengeknüpft und das Schiff ‚über Topp‘ beflaggt, siehe Bild. Unter den vielen anderen Kiddies im Hafen haben sie schon liebe Freunde und Freundinnen gewonnen. Besonders toll ist, dass beide anfangen, mit ihren neuen Kollegen ihre Englischkenntnisse einzusetzen!

Wir sind nicht alleine unterwegs. Von Teneriffa zu den Kapverden werden wir in einer Gruppe von acht Schiffen segeln. Etwa sechs Tage wird die Überfahrt dauern. Während dem Zwischenstopp in Mindelo stossen 17 Schiffe zu uns, welche schon vor zwei Woche in Teneriffa gestartet sind und seither in den Kapverden gesegelt waren.

Diese Gruppierungen kommen daher, dass wir uns bei Cornell Sailing angeschlossen haben. Das ist ein Veranstalter für Touren auf dem Meer, so wie man andernorts Bergtouren buchen kann. Auf See ist man relativ alleine unterwegs. Jedoch haben sich einige Crews schon vor Monaten in Spanien oder Portugal kennengelernt. Hier auf Teneriffa haben wir mit der Hilfe des in der Seglerszene berühmten Jimmy Cornell und seinem Team diverse sicherheitsrelevanten Themen abgehakt. Sodann haben wir uns mit allen Crews bekannt gemacht und zusammen viel Spass gehabt. Es ist wichtig, sich zu kennen, denn wer sich kennt, der hilft sich auf See, so gut es geht.

Die Nachttemperatur ist in den letzten Tagen unter 20 Grad gefallen. Es wird also Zeit, dass wir weiter ziehen, diesmal gut 10 Breitengrade Süd. In den letzten Monaten haben wir viel Vertrauen in unser Schiff gewonnen. Das ist sehr wichtig, um beruhigt und zuversichtlich in See stechen zu können. Das Schiff ist nun bereit für den nächsten grossen Sprung. Der Skipper und seine Crew sind es auch. Die Seewetterbedingungen für die kommende Woche sind normal bis optimal.

Man kann im unten stehenden Link unsere aktuelle Position einsehen. Unsere Ralley ist keine Regatta, und unsere Yuana nicht die längste im Feld (aber selbstverständlich die Beste). Daher werden wir bei weitem nicht zuvorderst fahren.

Während der Fahrt auf die Kapverden versuchen wir, täglich ein kurzes Updates posten.

Auf dem Bild sieht man übrigens unser Schiff beim Auslaufen aus dem Hafen von Santa Cruz de Tenerife.

https://cornellsailing.com/sail-the-odyssey/atlantic-odyssey/ao-2017/track-the-boats/

Foto: von S/Y KISU, besten Dank!!

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