The stunning Isles of Scilly

The Isles of Scilly (IOS) are located just southwest of Land’s End in Cornwall, England. There are more than 80 small islands, with only five of them inhabited, the longest one just two miles long. The temperatures wouldn’t drop below 10 degree C in winter which explains the existence of the palm trees.

We expected just a couple of cliffs and herds of sheep there, plus an anchorage to rest after the eight day crossing from the Azores. To our great surprise, we found stunning nature with white sandy beaches, few folks, a rich variety of gastronomy, and a healthy touch of exclusivity. For the first time in our lives, we thought that this could be our place for a holiday cottage. Did I we feel Scilly or the age?

The old town buildings of Hugh Town on the island of St. Mary are made of grey, heavy granite blocks. Having no particular painting, they must have looked the same for hundreds of years. That smelled a bit like eternity. Lovely! Same for the great harbor wall: Big at every extent and solid by all means, it would withstand every blow and wave.

At the time of our visit, there were flowers all over the place and we greatly enjoyed hiking and biking. The locals were very inviting and asked where where we came from. We told our story several times. An Atlantic crossing didn’t surprise them too much. People understood what we were doing and we found ourselves amongst seafarers.

During the Church service, we experienced not only British humor, but again strong ties to the sea. Also the songs took up the dangers of being out at sea. The local’s fishing past and dozens of cargo and passenger ships wrecked on the countless rocks may explain this.

Some friends from the UK recommended to visit the other islands named St Martin, Tresco and Bryher. To get there from St. Mary, we had the options either to sail around the group of islands to arrive from the other side at any time, or to take the direct line shortcuts. The shortcuts included sailing across land, obviously at high tide when the land was flooded with three or four meters of water.

Latter one becomes daily business once one has done it a couple of times. It was however the first time for me to navigate on areas which fall dry at low tide. So I wanted to be on the safe side and checked more than three times at when to leave and which route to take, in order not to run aground on a sand bank or even rocks. Soon I liked the game with the elements and enjoyed We arrived on the Scillies on the longest day of the year. The plan was to stay for a few nights only. Once again, the few nights turned into two weeks, firstly because we loved the place, and secondly because the winds were unfavorable for sailing into the English Channel. Finally, we found a suitable wind window and travelled to Dover, nonstop in 50 hours. This is where we say ‘Good bye for now!’, before heading for the continent.

For more Scilly pictures, check the landing page on the blog. The pictures change randomly as the sailing boat logo is clicked.

Zurück in Europa!

Hallo Zusammen, hier sind wir wieder, zurück in der alten Welt, genauer gesagt auf den Isles of Scilly vor der südwestlichsten Spitze Englands. Man erkennt Nordeuropa zunächst vor allem daran, dass der Nordwind eine Prise Eis mit sich bringt, und dass unsere Schiffsheizung wieder läuft.

Auch brauchen wir keine ‚Atlantiküberquerungstage‘ mehr zu zählen. Yuana hat uns in den letzten Wochen hervorragend vor dem weiten Meer geschützt, und nun schützen wir sie wieder vor den Felsen der Küste. Das ist der Deal.

Wenn man den Zwischenhalt in den Azoren für den Moment mal ausklammert, so haben wir ab Karibik (Sint Maarten) bis hierher 25 Reisetage benötigt, und dabei fast 3‘600 nautische Meilen oder 6‘600 Kilometer zurückgelegt. Wie Winde waren günstig für uns, und alles ist störungsfrei abgelaufen. Das ist sehr bemerkenswert für mich, denn diese lange Etappe war stets die grosse Knacknuss an unserem gesamten Projekt überhaupt. Diese Nuss hat sich nun als durchaus knackbar erwiesen, und macht uns froh und dankbar.

Die Rückfahrt war trotzdem relativ kurz, wenn man die Rückreisezeit in Relation zur Hinreise stellt. Ab England bis in die Karibik (Barbados) hatten wir uns nämlich satte vier Monate gegönnt. Der Weg war das Ziel.

Der Weg bleibt das Ziel. Auch den nächsten Wochen wird es uns nicht langweilig werden. Nach den Islands of Scilly werden wir wahrscheinlich die Kanalinseln und die Normandie besuchen, und bei Gelegenheit noch den einen oder andern richtig gut englischen Yachtclub mitnehmen. Wir freuen uns schon darauf! Die Schweiz muss also noch ein bisschen warten.

Schöne Grüsse von Markus mit Familie

Azoren: Ein langer Zwischenstopp

Ursprünglich wollten wir auf den Azoren lediglich einen Kurzstopp zum Einkaufen einlegen. Doch schnell war die natürliche Schönheit dieser portugiesischen Atlantikinseln erkannt, und wir genossen 14 Tage in diesem wohltuenden Grün. Hier herrschen das ganze Jahr über gemässigte Temperaturen, normalerweise zwischen 15 und 25 Grad. In den Häusern finden sich daher keine Heizungen.

Wir haben die Häfen der Inseln Flores, Fajal und São Jorge angelaufen, und überall Freunde vorgefunden, welche wir teils schon vor der ersten Atlantiküberquerung kennengelernt haben. Die Szene der Blauwassersegler ist um den ganzen Globus verteilt, und trotzdem trifft man sich immer wieder, wie schön!

Jedesmal ist die Freude gross, wenn ein befreundetes Schiff in den Hafen fährt. Man hilft sich zunächst mit den Leinen beim Anlegen und tauscht dann gleich mal die letzten Neuigkeiten aus. Die Kids entern gegenseitig die Schiffe und spielen, oder wie im Falle der Jungs, tauschen die unterwegs programmierten Computerspiele aus.

Das stete Wiedersehen kommt daher, dass sich die Seglerszene je nach Ort und Jahreszeit mit den vorherrschenden Winden bewegt. Im Spätherbst ziehen die Schiffe über den Atlantik in die Karibik, und wer nicht in Richtung Pazifik oder Nordamerika abgebogen ist, der kommt im üblicherweise im Mai oder Juni auf den Azoren an.

Für uns markieren die portugiesischen Azoren zwei Drittel der Reise von der Karibik nach Nordeuropa. Auch wenn wir schon in Europa sind, so sind wir tatsächlich noch sehr weit draussen im Atlantischen Ozean.

Am allermeisten ist diese geographische Lage natürlich der hiesigen Bevölkerung bewusst. Die Namen vieler Restaurants und Firmen zeugen davon: So haben wir zum Beispiel im Restaurant OCEANIC gegessen, das Gelati im ATLANTICO geholt. Die Seekarte für unser nächstes Ziel in Frankreich konnten wir bei MID ATLANTIC YACHT SERVICES kaufen.

Wenn man über diese hügeligen Inseln fährt, wähnt man sich fast immer in einem Naturpark. Die Strassen sind meist mit Hortensien gesäumt, und in vielen Vorgärten blühen schon die Blumen. Die Felder in den Hügeln wurden einst mit Steinauern säuberlich unterteilt. Der kleinflächige Ackerbau hat jedoch ausgedient. Heute grasen hier und da Kühe. Die Milch wird mehrheitlich zu hervorragendem Käse verarbeitet.

Die Tourismus-Saison ist mit vier Monaten relativ kurz. Fragt man die Taxifahrer, wie die Lokalbevölkerung ihr Geld verdient, so wird immer auch der Staat als Arbeitgeber genannt. Man sieht den Inseln an, dass der Statt und die EU mit grosser Kelle in die Zukunft investiert. Im Moment fliesst das Geld vom flüssig vom Festland auf die Inseln, weil die autonome Lokalregierung dieselbe ist wie auf dem Festland. Die Häfen werden ausgebaut, die Strassen in einen ausgezeichneten Zustand gebracht, und grosszügig moderne Schulen gebaut.

Das Festland unterstützt die Lokalbevölkerung und versucht mit allerlei Mitteln, das Inselleben attraktiv zu halten. Der Staat kann unmöglich auf jeder Insel ein Spital betreiben. Damit Frauen auf ‘Nichtspitalinseln’ trotzdem ohne Kaiserschnitt im Spital gebären können, bezahlt der Staat den angehenden Müttern im letzten Schwangerschaftsmonat ein Zimmer in Spitalnähe.

Der Staat kommt auch für den Transport abseits wohnender Schulkinder auf. Die Inselflucht beginnt oftmals da, wo angehende Studenten zur höheren Ausbildung fast immer aufs Festland müssen. Selten kommen diese zurück, denn es gibt einfach zu wenige spezialisierte Jobs. Als Anreiz wiederum werden neu eröffneten Geschäften in den ersten fünf Jahren die Steuern erlassen.

Das vorteilhafte portugiesische Steuerrecht hat man auch in China erkannt. In jedem Dorf gibt es einen chinesischen Laden, vollgestopft mit einer Unzahl von Billigartikeln, meist Haushalt oder Bekleidung und Schuhe. Die Waren werden oft in den Transportkartons präsentiert. Die einzige Person im Laden ist der Chinese an der Kasse. Und wo ist der Trick mit den Steuern? Nach den fünf steuerfreien Jahren wechseln die Schlaumeier den Namen und den Inhaber, und weiter geht es steuerfrei. Die herkömmlichen Tante-Emma-Läden können haben es da schon sehr schwer.

Dabei haben die Inseln eine glorreiche wirtschaftliche Vergangenheit hinter sich. Einst nahmen die Ozeandampfer hier neue Kohle gebunkert. Dann kam die Fliegerei, und die Flugzeuge stoppten auf Santa Maria zum Auftanken. Der verbreitete Wahlfang währte bis in die 80er-Jahre. Als letztes hat die Globalisierung den Ackerbau genommen, weil es einfach billiger wurde, das Korn einzukaufen, als es anzubauen. Wie jedoch bereits oben angedeutet, läuft die wirtschaftliche Erneuerung. Und wir meinen, dass sie in eine gute Richtung läuft.

Unsere InselführerInnen Lurdes, William und Zélia haben nebst diesen Stories vor allem betörend schöne Vulkanlandschaften, Käsereien und spannende Kornmühlen für uns parat. Spätestens an den zerklüfteten Küsten tritt das schroffe vulkanische Erbe zutage. Hier wo einst die glühende Lava brodelnd und zischend ins Meer floss, kann man heute in eigens dafür hergerichteten Bädern ein erfrischendes Bad geniessen.

Wenn ich über die Karibikinseln gesagt habe, dass ich nie auf dieser Reise häufiger fotografiert hatte, so kann ich hier sagen, nie häufiger die Panoramafunktion gebraucht zu haben

Sint Maarten. Ready for the Atlantic!

Sint Maarten is another European island in the Caribbean, the Northern half French, the Southern half Dutch. Yuana parked on the Dutch side. We came here to prepare the boat and ourselves for our second Atlantic crossing, this time back to Northern Europe.

Moreover, our new Crew Michael from Belgium joined our team in Sint Maarten. Michael will be helping us with the around-the-clock handling of the boat. Having an additional adult on board allows more sleep, thus making the passage more comfortably for everyone. Having at least a third adult on board is also an important safety point which we didn’t want to miss. In case one of the parents would no longer be capable following his or her daily routine on board, then handling of 1). the boat and 2). the kids and 3). a Lazarette around the clock would be too much of a task for one remaining adult only. So we are very glad that Michael is with us now.

Regarding boat maintenance, it was our intention to haul Yuana out of water with a crane to get her belly painted with three layers of new antifouling color. Antifouling prevents growth of all kinds of organisms on the boat’s underwater side, that makes the ship considerably slower.

The date for hauling out was set for May 2nd, which was a Wednesday. That turned out to be not a particularly good idea: The locals had a long weekend with Carnival on Monday and Labor Day on Tuesday. As a result of the long weekend and too much alcohol, three workers of ‘our’ boatyard ended up in hospital. Two yard workers were ‘just’ badly drunken, whereas number three on top of drinking decided to drive the car, too fast, not good.

Finally, the yard wasn’t ready for us and we couldn’t go on the dry. It was perhaps better anyway. We preferred not to have some ‘drunken’ grafitties on the hull. Alternatively we hired a sober diver to clean our boat and the keel. This will also make the boat fast, but the effect wouldn’t last very long before algae and barnacles will be back.

A mechanic gave our engine a general check, which also included the fuel injection pump, fuel injectors, valve adjustment and compression of the four cylinders. He couldn’t believe how clean that engine still is, after 19 years. I did oil and filter change, which now goes without a big oily mess. The rig was already professionally checked a bit earlier.

There was quite a bit of work on deck as well, where I removed the aft hatch completely to get it a new seating. It wasn’t watertight recently in strong rains. Also the teak around the opening of the anchor chain locker got some new putty to get the seams nicely sealed off and tight. And as I was now experienced with putty anyway, I renewed all the seams in the bathroom and the kitchen right away.

We got a sextant for celestial navigation and learned to handle it, for the unlikely case of a complete failure of all seven independent GPS systems we carry on board. The chandlers actually took the sextants off the shelves because no-one wants to buy one these days. Finally I asked in the morning radio net and found another sailor who thought that his sextant is of no use for him anymore.

Another important part of the preparation was contracting a weather routing service. We download the weather predictions daily and try to take our best routing conclusions for fair winds. On top of that, the professional weather man sitting on his office desk in Kiel (Germany) provides us his opinion where to travel for a save trip. We can also talk to him over the phone, should our observations in the area be very different from the predictions, with the further routing being judged controversially.

In general there is a pretty steady high pressure ridge a couple of sailing days North of us. We will sail almost straight North, with a small component to east. The high pressure ridge gradually moves eastwards, but still an area with no wind needs to be expected. The engine will help us passing this area, before we enter westerly winds which will carry us to the Azores.

Because of going North for some days, our route will be more than 2500 nautical miles, which we should do within approximately 18 days. Monday morning May 14 is our departure time. We are ready and good to go! Now it gets quiet personal: Last night I dreamt of arriving at home. As I was familiarizing with my old home I started to understand how unbelievably great our sailing year was for me and for all of us, looking back with mixed feelings. That dream inspired a huge motivation for enjoying our onwards journey day by day, surprise by surprise, across the vast open ocean.

P.S.: In case you can handle further hurricanes updates: The French side of the Sint Maarten lagoon is still full of ship wrecks and building roofs; Cars from Sint Maarten were found on the British Virgin Islands; Large and relatively light power boats from Sint Maarten were found on the Bahamas banks, several hundert miles away! Locals however say that the three weeks after the storm were worse than the storm itself: shops were plundered and several shootings between police and criminals forced a ban on going out. People were forced to sit at home for three weeks, many of them running low on food and water. We will have a lot of water around in the days to come, and are very much looking forward to it!

Die Jungferninseln – Wo der Abschied schmerzt

Wie viele der karibischen Inseln hatten auch die Jungferninseln ihren Namen von Christoph Columbus erhalten. Gemäss unserem Reiseführer wollte Columbus mit der Namensgebung an das Martyrium von 11’000 Jungfern durch die Hunnen erinnern (5. Jahrhundert, Sankt Ursula, in der Gegend des heutigen Kölns).

Unsere Ankunft auf den Jungferninseln war kurz vor Ostern. Wir wollten Ostern unbedingt mit Freunden von der Atlantic Odyssey verbringen. Es waren wundervolle Tage. Die Kinder von YUANA, ROGUE und JaJaPaMi unterhielten sich tagelang selber. Dass wir im Vorfeld in den Läden keine Schokolade-Ostereier finden konnten, war plötzlich kein Problem mehr.

Auch die Crews von KRABAT und AKOUAVI waren da. Wir sassen ganze Vormittage auf dem riesigen Katamaran der JaJaPaMi‘s, und besprachen die weiteren Reisepläne und gängige Segelrouten. Die Nachmittage verbrachten wir am Strand, oder vielleicht eher an einer Strandbar.

Dabei wurde die White Bay auf der Insel Jost van Dyke zu einem meiner Lieblingsorte überhaupt. Der Sonnenuntergang zauberte verblüffende Farben an den Himmel und aufs Wasser. Du hängst mit Freunden und einem kalten Drink in der Hand in einem Strandsessel und bist dir sicher, dass es kein schöneres Leben geben kann. Oder anders gesagt: Wir hatten Ferien von unserem Alltag, und schulfrei obendrauf!

Bald kam der grosse Abschied, und unser Bord-Alltag war zurück: Wo können wir Einkaufen, und wo die Wäschen machen? Wo hat es einen funktionierenden Bankomaten, und wo eine Post für unsere Klassenbriefe? Wo bekommen wir Ersatz für die durchgebrannte 50 Ampere-Sicherung einer elektrischen Winsch, und welche Tankstelle ist nach dem Sturm überhaupt noch im Betrieb?

Zu Hause stellen sich solche Fragen kaum. Die Waschmaschine steht im Haus und man weiss einfach, wo es was gibt, und was einem schmeckt. Vor unserer Reise war uns nicht bewusst, wie Effizient das Leben zuhause ist. Vielleicht birgt diese bequeme Effizienz auch die Gefahr, dass man nur selten etwas Neues ausprobiert. Es gibt ja kaum einen Anlass dazu.

Vermeintlich banale Sachen wie Einkaufen, Bargeld abheben oder Waschen waren hier stets Themen, die oftmals tage- wochenlang nicht gelöst werden können. Die vom Sturm verwüstete Infrastruktur trug natürlich ihren Teil dazu bei.

Der Sturm Irma liess am 14. September 2017 ganze Häuser verschwinden. Zuweilen sieht man verwilderte Grundstücke mit lediglich einem gefliesten Boden und einem WC drauf. Dann dämmert es einem, dass dies die Überbleibsel eines Wohnhauses sind, welches Stück um Stück zerlegt und weggefegt wurde.

An den Küsten liegen alle Arten von Schiffswracks, von Yachten bis zu schweren Arbeitsschiffen aus Stahl. Keine einzige Marina ist heil geblieben. Selbst betonierte Steganlagen wurden von der Wucht der Wellen und der festgemachten Schiffe zerbröselt.

Die Sturmspitze war lediglich vier Stunden an demselben Ort, mit konstant starken Winden von 295 km/h. In diesen vier Stunden sind dem Schweinzüchter auf Virgin Gorda alle seine 700 Schweine abhanden gekommen. Er weiss nicht, wo sie geblieben sind.

Die Leute haben die Nasen voll vom Aufräumen, und tiefste Angst, dass sich so ein Szenario wiederholen könnte. Taxifahrer Cyrill sagte mir: „Mann, du denkst vielleicht, dass das ein Abenteuer war. Nein, es war grauenvoll und tödlich. Wir haben uns versteckt und gebetet, und wollten nur, dass das endlich aufhört.“ Eine ganze Region wurde traumatisiert.

Cyrill ist sich absolut sicher, dass sich das Wetter verändert hat. Die früher wochenlang stabilen Wetterlagen gibt es nicht mehr. Viel zu häufig ändern sich Windrichtung, Windstärke und Niederschläge. Für uns Fahrtensegler sind das keine guten Nachrichten, bauen doch allen Segelrouten rund um den Globus auf Wetterkonstanten auf, welche sich während Jahrzehnten als ziemlich stabil erwiesen hatten.

Zumindest erholt sich die Natur. Die Wälder tragen langsam wieder grüne Blätter. Zuweilen sieht man Schmetterlinge zu Hunderten. An einigen Stränden wurden neue Palmen gepflanzt. Gestandene Revierkenner sind sich einig, dass die Jungferninseln fast wieder so schön sind wie vor 30 Jahren, als das Charterboot-Geschäft noch nicht etabliert war.

Trotz Sturmschäden genossen wir eine grandiose Zeit in den Britischen Jungferninseln. Zuweilen hatten wir ganze Buchten und Strände für uns alleine. Wir beobachteten die Pelikane, wie sie im Flug aus 5 Metern Höhe Fische im Wasser aussuchten, und diese nach kurzem Sturzflug und einem grossen ‚Platsch’ mit einer ungelenken Kopfbewegung ihren Hals hinunter beförderten. Das Wasser glitzerte selbst nachts im Mondeslicht türkis, die Strände in fahlem weiss.

Wir lagen vor Cooper Island und verbrachten die Nachmittage im Wasser und die Abende im Beach Club: Lounge Music, Happy Hour, Sun Downers,
nette Segler aus aller Welt, die Kiddies mit Dart beschäftigt, die ganze Speisekarte durchgemacht. Etwas weiter in The Bath liegen seit tausenden von Jahren riesige rundliche Steine vulkanischen Ursprungs am Strand, wie in den Seychellen. Diese aufgetürmten Brocken bilden Höhlen, in denen wir badeten.

Und was machen die Locals? Sie fahren gerne mit amerikanischen Pick-up Trucks, 10 Zylinder für kaum mehr als 10 Kilometer Insellänge. Ich will nicht verbergen, dass mir diese sonor brabbelnden Motoren schon immer imponiert haben. Völlig unerwartet erweckten diese grossen Schlitten in mir den längst begrabenen Ehrgeiz, in meinem (künftigen) Berufsleben für einige Zeit in den USA tätig zu sein. Die Tochter winkte sofort ab, Zitat: „Papa, das ist ein absolutes ‚No-Go‘: Zu grosse Städte, zu viele Waffen, zu viele Drogen, keine herzigen Dörfer!“. Woher sie das wohl hatte? So probierte ich es mit Canada. Prompt: „Papa, vergiss es: Zu viele wilde Wölfe und Bären, viel zu gefährlich!“. Diese Schlagfertigkeit habe ich mir schon immer gewünscht, haha!

Derweil erhielten wir aus der Schweiz Bilder von hübsch blühenden Blumen, Sträuchern und Bäumen. Es war für uns ist das ein untrügliches Zeichen, dass sich unser Aufenthalt in der Karibik nun dem Ende zuneigt.

Ganz unverhofft trafen wir am letzten Ankerplatz unsere Freunde von KISU, TRITON, und VELA DARE. Dieses Mal waren wir diejenigen, die abfahren. Obwohl noch Sint Maarten vor uns liegt waren wir ziemlich sicher, dass unser karibisches Abenteur hier zu seinem eigentlichen Abschluss gekommen ist. Tatsächlich steigt in uns ein Trennungsschmerz hoch. Die British Virgin Islands haben es uns wirklich angetan!

Für die US Virgin Islands hatten wir uns nicht früh genug um das erforderliche Visum bemüht. So konnten wir leider auch unsere Holland-Freunde Ron und Irene in ihrer Residenz in Puerto Rico nicht besuchen.

Mittlerweile sind wir in östlicher Richtung nach Sint Maarten gesegelt. Hier bereiten wir uns selbst und das Schiff auf die Rückfahrt nach Europa vor. Wir freuen uns auch schon auf Michael! Er wird unsere Crew auf der Rückfahrt verstärken.

St Kitts and Nevis: Short and hefty

St Kitts and Nevis is another very small state in the Eastern Caribbean with an estimated(!) population of 55‘000 only. No state so far was too small to give us a nice Welcome. Here, they sent a pretty large whale jumping out of water several times, leaving huge splashes whenever it plunged back. Good he didn’t decide to cuddle with Yuana.

St Kitts is actually also known as St Christopher, the name given by Columbus after his own name. We have met the traces of Columbus many times here in the West Indies. He discovered most of the Easter Caribbean Islands for Spain. Touching history is so much better then just learning it out of school books.

In Columbus’ wake came other Europeans. Too many times, this ended bloody for the Caribs, also in St Kitts. A small number of aboriginal Caribs remains, today living in Dominica. Today, the lands are mainly owned and populated by the descendants of African slaves. Speaking about population of St Kitts, one should not forget to mention the green velvet monkeys. They are up and around until 10a.m., before sun gets too warm.

Arriving at the Southernmost tip of St Kitts, we were astonished to find a high finish mega yacht harbor. It seemed to be in the middle of nowhere. Miss-leaded Investment? Nearby was the Salt Plage, perhaps the coolest beach bar we have ever seen. The palm trees, lounge sofas and high chairs were arranged on three platforms, partially over the water. Super simple and award winning design, someone did a fantastic job!

When we took a stroll to the other side of the narrow island, we came across a small luxury hotel. Another remarkable place in the middle of nowhere? Also special was that all these places were interlinked with perfectly paved roads with park-like gardens aside. On the way back, a six-seated golf cart stopped and offered us a lift back to our anchorage. The driver was a woman, with a man seated next to her.

We asked a bit what kind of development was going on here, and who in that small country could invest in such top class properties. The man in the cart looked back to me and was saying with a wide grin on his face: “I’m the crazy guy doing all that”. It turned out that he was the American businessman Charles P Darby III. Just google him. You will find the former CEO of the company who developed Kiawah-Island in the US and also Irish Doonbeg Golf Resort which was later sold to the Trump Family.

Charles explained that he bought 2500 acres of land to develop it into a huge luxury residential area, encompassing more than 200 buildings.
The most dramatic Tom Fazio golf course is the next thing they will build. Super impressive! Charles was kind enough to shake hands with us again when he showed up at the beach bar on the same evening.

Another helpful person was Elvis. He drove us high up to the Brimstone Hill Fortress, another large defense installation of the British, this time to fight the French. At those times it was of utmost importance to secure an anchorage in the vicinity of a good fresh water river. No trip back to
Europe could start without the barrels filled with drinking water. Elvis also offered us some economical insights:

As everywhere else in the West Indies the sugar cane business lost momentum decades ago and sent Kittian economy into a long sleep. Only 15 years ago when the cruise ship terminal was opened, tourism got significance and quickly became the most important economic sector. In high season, two or three cruise ships visit St Kitts every day. In the off season, its considerably less, depending on latent hurricanes.

Asking about difficulties with quickly growing tourism, Elvis said that everyone is happy with it because it creates lots of jobs. Then he added: “OK, there is one problem. With the tourists coming, many of us now must work on Sundays. Then we can’t go to Church. But the weekly service is very important for us.” More than a dozen of Christian Churches exist in Basseterre only. They compete for members in a saturated market.

Elvis blown the horn every other mile to say hello to someone else on the road. Once it was the hair dresser, then a family member and then a very good friend, the former Prime Minister who is now in the opposition. By the way, there is no Republican Party as we know it, and a Green Party is not required at all. The parties are more in the range of different shades of Labors, which started forming in the late times of slavery.

The country is proud of celebrating its 35 years of independence from UK this year. The Commonwealth improves the access to international financial markets. They however complain that loans for disaster recovery are becoming more expensive after catastrophic incidents such as most recent hurricanes. The county’s stability is questioned. “Why and how should we pay the bill for global warming which was produced elsewhere?”. A thoroughly wide topic…

Last but not least, such small country could not defend itself in case of an attack. We learned that the military interventions of UK in Falkland and the one of US in Grenada are taken as a sign that Kittians would not been left alone in such a case. In return, US Army is allowed to train in the country, and also to use its geographic position strategically. Young Kittians do not need to serve in an army.

That was a lot for little more than one day only, isn’t it? St Kitts was a very quick go for us. After leaving St Kitts and Nevis, we did a short provisioning stop in St Barths. This is the famous French place where Johnny Hallyday was buried recently. As I conclude this article, we are already on the British Virgin Islands. We have decided to meet up here with some friends for Easter. The BVI’s will perhaps be our grande finale in the West Indies, before starting our second Atlantic Crossing with new crew during May.

Wishing everyone a nice Easter Weekend
Markus and family

PS: There are some great photos from St Kitts on http://www.yuana.life . As always, Klick on our logo to randomly see the next picture.

Antigua – The upper class holiday place

Antigua welcomed us with its English Harbor, a paramount anchorage which can perhaps not be found many times in the world. Very well protected and hardly visible from the sea, it was the perfect place to protect a naval fleet. The whole area around that most beautiful bay is today listed as a UNESCO World Heritage site. What is called The Nelson’s Dockyards are the docks where ships tie up for unloading and loading.

This all started 235 years ago, when Piracy was still a big issue in the Caribbean. Admiral Horatio Nelson developed the English Harbour area for the British Navy to support their claims in the West Indies. The place grew strong enough to stop the piracy of those days. Earlier, the British, French, Spanish and other Admiralties teamed up with the Pirates very opportunistically, just to win (or loose) the next battle.

The Nelson’s Dockyards were beautifully restored and are today used as a marina. Also thanks to its nice surrounding, it became a preferred docking place for super yachts. Steering my own ship into English Harbour and tying her up at the great old Nelson’s Dockyards became one of my personal maritime highlights. I realized this only in hindsight. And this was the perfect start for our encounter with Antigua.

The following days brought us back some dear friends from the yachts Krabat, A Capella of Belfast, Dream Catcher and Kisu. All of us were then anchored in Falmouth Bay, just next to English Harbour. We enjoyed sundowners in one or the other cockpit and made sure to party at the local Yacht Club.

Then came the birthday of our son. He turned eleven and was a bit disappointed that he didn’t get an invitation for Hogwarts, the School of Witchcraft and Wizardry. This was at least what happened to Harry Potter at his own eleventh birthday (we are working ourselves through that book, English edition, every evening bit by bit). All of us enjoyed the day with a bit of sailing, swimming, beach games and an e-reader as top birthday present. It was very important for him to get into a marina with internet connection. Sure we did, and we closed this great day with an appropriate dinner at a great Greek restaurant.

Because we liked Antigua and wanted to get more of it, we decided to explore the Northwestern part of the country. We found dozens of quiet islands, reefs, almost white beaches and turquoise waters. We spotted breeding Pelicans and pure nature. On Long Island, one-story luxury hotels lined up along the beach, offering peace and privacy for several thousand dollars per night – the place to be.

Antigua actually has a little neighbor, with is the island called Barbuda. Barbuda is said to top the beauty of Antigua. We didn’t go there. Sadly, Barbuda got totally destructed by storm Irma, and other sailors who tried to visit the place confirmed this. So we decided not to go there.

Antigua is something special, not only for its natural beauty, but also for rules and regulations. They are so good that they need their own electronic pre-arrival notification system for sailors, whereas the other East Caribbean States teamed up for one common solution. Moreover, one has to throw the hook and dinghy in for the customs and immigration, before the boat can be tied up on a dock. ‘Work your way in if you want to be part of our place!’

The hight was when we had to register our kids as passengers rather than crew, which cost a lot of money. Dear Antiguan authorities, the sailing community just laughs about such advanced level of ridiculousness.

Other strange things? Yes, when we were on the beautiful uninhabited islands with no supermarket around the corner, we tested some canned meals which we bought earlier in Martinique. We assumed that we can find the same cans again further up North in Saint Martin, as stock for our second Atlantic crossing. Guess what? Those canned meals must have been produced in the same factory which produces the food for our cats. So: No canned meals for the long way back to Europe ;-)!

By the way: Nelson’s Dockyards called up some nice memories from the great old harbors we’d visited in England. That made me starting to like the idea to pay some more visits there on our way back 🙂

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Picture: Copper and Lumber Store, now a hotel inside Nelson’s Dockyards