Ab in die Kapverden!

Es ist der 11. November 2017 und der Tag, an dem unser transatlantisches Segelabenteuer startet. Es ist auch der Tag, an welchen P&K zu Hause ihren 45. Hochzeitstag feiern. Herzlichen medialen Glückwunsch!

Seit drei Tagen ist Jeanette aus Schweden bei uns an Bord, und sie hat uns bei der Erledigung der letzten Pendenzen super mitgeholfen.

Jeanette hat für uns die Grab Bag gepackt. Das ist die Tasche, in welche man alle Dinge steckt, welche man im unwahrscheinlichen Falle eines Schiffsverlustes auf See mit auf die Rettungsinsel nimmt. Darin befinden sich z.B. auch die Reisepässe, Signalraketen und eine Sicherungskopie der elektronischen Daten. Jeanette hat die wichtige Rolle, diese Grab Bag im Falle des Falles mit auf die Rettungsinsel zu nehmen.

Manuela hat gehaushaltet wie verrückt, alle Textilien nochmal gewaschen, und zwei Zentner an Lebensmitteln gekauft und eingeräumt. Zum Glück sind darunter auch viele Flaschen Wein, welche hier gut und günstig und in der Karibik sehr teuer sind. Nicht zuletzt hat Manuela einige Mahlzeiten vorgekocht, so dass wir die ersten Tage auf See nur möglichst wenig Zeit unter Deck in der Küche verbringen müssen. Ausser den Vorräten in der Küche wurden natürlich auch Wasser, Diesel und Gas gebunkert.

Markus hat derweil nochmals die ganze Technik an Bord durchgecheckt. Die bisher nicht immer zuverlässige Satellitenkommunikation wurde neu aufgesetzt. Die Crew hat eine tiefgehende Sicherheitseinweisung erhalten. Beim Skippers-Briefing wurden Aus- und Einreiseformalitäten besprochen, und es wurde auch nochmals auf die Risiken der schnell wechselnden Winde im Südosten von Teneriffa aufmerksam gemacht. Diese Winde sind unkritisch wenn man sich der Situation bewusst ist. Wir werden das bereits vor dem Eindunkeln heute bewältigt haben.

Die Kinder haben die Signalflaggen zusammengeknüpft und das Schiff ‚über Topp‘ beflaggt, siehe Bild. Unter den vielen anderen Kiddies im Hafen haben sie schon liebe Freunde und Freundinnen gewonnen. Besonders toll ist, dass beide anfangen, mit ihren neuen Kollegen ihre Englischkenntnisse einzusetzen!

Wir sind nicht alleine unterwegs. Von Teneriffa zu den Kapverden werden wir in einer Gruppe von acht Schiffen segeln. Etwa sechs Tage wird die Überfahrt dauern. Während dem Zwischenstopp in Mindelo stossen 17 Schiffe zu uns, welche schon vor zwei Woche in Teneriffa gestartet sind und seither in den Kapverden gesegelt waren.

Diese Gruppierungen kommen daher, dass wir uns bei Cornell Sailing angeschlossen haben. Das ist ein Veranstalter für Touren auf dem Meer, so wie man andernorts Bergtouren buchen kann. Auf See ist man relativ alleine unterwegs. Jedoch haben sich einige Crews schon vor Monaten in Spanien oder Portugal kennengelernt. Hier auf Teneriffa haben wir mit der Hilfe des in der Seglerszene berühmten Jimmy Cornell und seinem Team diverse sicherheitsrelevanten Themen abgehakt. Sodann haben wir uns mit allen Crews bekannt gemacht und zusammen viel Spass gehabt. Es ist wichtig, sich zu kennen, denn wer sich kennt, der hilft sich auf See, so gut es geht.

Die Nachttemperatur ist in den letzten Tagen unter 20 Grad gefallen. Es wird also Zeit, dass wir weiter ziehen, diesmal gut 10 Breitengrade Süd. In den letzten Monaten haben wir viel Vertrauen in unser Schiff gewonnen. Das ist sehr wichtig, um beruhigt und zuversichtlich in See stechen zu können. Das Schiff ist nun bereit für den nächsten grossen Sprung. Der Skipper und seine Crew sind es auch. Die Seewetterbedingungen für die kommende Woche sind normal bis optimal.

Man kann im unten stehenden Link unsere aktuelle Position einsehen. Unsere Ralley ist keine Regatta, und unsere Yuana nicht die längste im Feld (aber selbstverständlich die Beste). Daher werden wir bei weitem nicht zuvorderst fahren.

Während der Fahrt auf die Kapverden versuchen wir, täglich ein kurzes Updates posten.

Auf dem Bild sieht man übrigens unser Schiff beim Auslaufen aus dem Hafen von Santa Cruz de Tenerife.

https://cornellsailing.com/sail-the-odyssey/atlantic-odyssey/ao-2017/track-the-boats/

Foto: von S/Y KISU, besten Dank!!

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Getting ready, with new crew

So this is Jeanette, writing my first blog post for Yuana, as I will join as crew form the Canaries via Cap Verde to the Caribbean. As I got here ‪Tuesday night‬ there was a really some thunder and lightning, not really what I expected! But it turned out I arrived the perfect night as I walked right into the potluck dinner. So before even leaving my bags on the boat I got to meet everybody, having dinner and some wine, feeling very welcomed from the first minute. Some people you feel comfortable with just from the start, that is exactly how it felt for my meeting the Yuana’s, everybody was super-friendy! Altough understanding the Schwiitzerdütsch was a little more complicated than I thought before…

It seemed getting here four days in advanced was a lot of time, but we have really been busy since. Lots of small things to fix and get in order and evening getting by with dinners together with the crew of other boats. Also yesterday there was a guided day tour to the Teide volcano that we all took. After we were just in time for the seminar with Jimmy Cornell talking about tactics for the crossing. Today me and Manuela went for the big food shopping, imagine almost two hour in a grocery store! But fortunately they bring all your food all the way to the dock for you, very nice service. So we could rush on to the farewell party at the yacht club, which was really nice arranged. Now we just finished stuffing everything in its place and hopefully tomorrow we will have a bit of rest until we set off, which should be around lunchtime. I think by now we all look forward to set off for Cap Verde!

Karibische Reisepläne nach dem Sturm

Im September 2017 trafen die gewaltigen tropischen Wirbelstürme Irma und Maria auf die Kleinen Antillen. Sie hinterliessen teils überaus verwüstete Inseln, viel zu viel Not und Leiden lokaler Bevölkerungen, und verunsicherte Crews auf vielen Fahrtenyachten. Ein signifikanter Teil der Inseln auf unserer karibischen Reiseroute von Barbados über Grenada in die Britischen Jungferninseln war und ist davon betroffen.

Auch wenn für uns der Weg das Ziel ist, so wollen wir primär in die Karibik, und nicht primär über den Atlantik. Daher stellte sich für uns die ernsthafte Frage, wie viel Sinn die weite Reise über den Atlantik macht. Also versuchten wir anhand einer dünnen Faktenlage, uns eine Übersicht zu verschaffen. Hier ist unsere laienhafte Auslegeordnung in vier Teilen:

 

A) Verlängerung der Sturmsaison?

Die Sturmsaison in der Karibik dauert normalerweise von Juni bis November. Die Stürme bilden sich in den Kapverden, und ziehen dann über den Atlantik. Meist drehen sie nach Norden ab, bevor sie auf die Kleinen Antillen treffen, und lösen sich auf. Sehr starke Stürme bilden sich, wenn das Meerwasser besonders warm ist. Sie laufen länger und treffen eher auf Land. Wenn im Herbst die Sonne weiter südlich steht, nimmt die Wassertemperatur ab, und das Risiko grosser Wirbelstürme sinkt stark ab.

Im letzten Jahrzehnt lag die Anzahl sehr starker Stürme in der Karibik deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Häufung im Jahre 2017 geht auf eine aktuell hohe Meerwassertemperatur zurück. Man muss kein Wetterfrosch sein um zu verstehen, dass die Meerwasserabkühlung länger dauert, wenn das Wasser wärmer ist. Ergo versteht der Laie, dass sich die Sturmsaison etwas über November hinausziehen könnte.

 

B) Etwaige Auswirkung auf unsere Atlantiküberquerung

Seit jeher planen wir, über die Kapverden in die Karibik zu segeln. Man kommt so schneller in den Passat-Windgürtel und verkürzt die eigentliche Atlantiküberquerung von drei auf zwei Wochen. Damit verringern sich die Unwägbarkeiten über das Wetter. Unsere Ankunft auf Barbados erfolgt normalerweise um den 5.-8. Dezember. Barbados liegt am unteren Ende der Hurrikan-Zugbahn. Wir haben keine Anhaltspunkte gefunden, wonach es so spät im Jahr auf Barbados einen tropischen Wirbelsturm gegeben hätte. Trotzdem wollen wir uns gedanklich einige Eventualitäten durchspielen:

Sollten zum Zeitpunkt der Abfahrt in den Kapverden deutliche Abweichungen zur üblichen Passat-Konstellation erkennbar sein, so könnten wir die Abfahrt hinauszögern.

Sollten wir unterwegs von einem sich bildenden Hurrikan überholt werden, so würden wir diesen zwei bis drei Tage im Voraus erkennen, und könnten nach Süden ausweichen.

Sollten wir sehr weit ausweichen müssen, so könnten wir Surinam oder Französisch Guyana auf dem südamerikanischen Festland anlaufen. Letzteres ist ein EU-Gebiet.

 

C) Zustand der beschädigten Inseln zum Zeitpunkt unseres Besuches

Die dortigen Völker und Vegetationen sind sich an ‘normal starke Stürme’ und das Beseitigen deren Schäden gewöhnt. Weil fast die gesamte Wirtschaft vom Tourismus abhängt ist man sehr bemüht, die Inseln bis zum Beginn der Reisesaison wieder ‘geniessbar’ zu machen. Einige der wüst getroffenen Inseln sind EU-Gebiet. Diese Inseln haben bereits weitreichende Hilfen erhalten. Einige der stark beschädigten Inseln werden wohl wieder einigermassen funktionieren, bis wir ankommen. Wie es um die zerfetzten Palmen steht, werden wir dann sehen.

 

D) Allfällige Alternativrouten

Tatsächlich wird es wohl so kommen, dass wir gewisse Ziele nicht werden besuchen können. Anhand einer selbstgebastelten Karte wollten wir verstehen, wie viele der bisherigen Ziele möglicherweise ausfallen müssen, und wie sinnvolle Ersatzziele heissen könnten. Dabei war zu berücksichtigen, welche Routen zu den jeweiligen Jahreszeiten bzw Windrichtungen überhaupt gesegelt werden können. Zum Beispiel wäre es sehr mühsam, jetzt gegen den Wind ins Mittelmeer segeln zu wollen.

Mehr als ein Duzend Reisevarianten standen plötzlich zur Disposition. Die kürzeste Extremvariante war, den Winter in den Kanaren zu verbringen, um im Frühling über die Azoren nach Kontinental-Europa zurückzukehren. Dabei hätten wir von der Karibik abgelassen. Die längste Extremvariante war, nach einem Kurzbesuch im Süden der Karibik in Richtung Panamakanal weiterzusegeln, um schliesslich die Nordamerikanische Westküste zu erkunden. Wir hätten das Schiff dabei im Sommer 2018 in San Francisco, Seattle oder Vancouver verkauft. Zu diesen und anderen Varianten gibt die Karte im Titelbild Aufschluss. Natürlich ist das eine Momentaufnahme, welche sich – hoffentlich zum Besseren – ändern wird.

 

Zusammenfassung

Wir sind überzeugt, dass wir den Atlantik zur Passatwindzeit werden sicher überqueren können. Sodann werden wir länger als geplant auf Barbados, Grenada und Sanct Vincent and the Grenadines bleiben. Bis wir zu den nördlichen Inseln vorstossen, sollte ein Teil der Schäden behoben sein.

Einige Inseln wie Dominica oder Barbuda werden wir wohl nicht besuchen. Vielleicht werden wir sogar die Jungferninseln nicht anlaufen. In diesem Falle kann unsere Rückfahrt auch ab Antigua direkt auf die Azoren erfolgen. Den ‘Umweg’ über die Bermudas würden wir uns dabei sparen.

Die beiden Stürme haben uns geholfen, unsere karibischen Reisepläne weiter zu konkretisieren. Ein Verzicht auf unser karibisches Abenteuer und die zweimalige Atlantiküberquerung scheint zum aktuellen Zeitpunkt nicht angebracht zu sein. Diese Einschätzung werden wir zu gegebener Zeit natürlich wieder überprüfen. Wir halten uns alle Option offen und werden jedenfalls kein Wagnis eingehen wollen.

Grosser Wartungsstopp in Lissabon

Schon vor unserer Abfahrt in Holland war offensichtlich, dass der Motor in tiefen Drehzahlbereichen vermehrt ‘wackelte’. Die Stahl-Gummi-Lager, auf denen die Maschine steht, gingen ihrem Ende zu. Damals in Holland wollten wir endlich losfahren, und weil der Mechaniker kurzfristig keine Zeit hatte, haben wir den Austausch dieser Vibrationsabsorber eben aufgeschoben.

In den letzten Wochen wurden die Bewegungen des Motors stärker, und so rutschte der Austausch der Absorber auf der ToDo Liste stetig weiter nach oben. Unsere Schiffs-Pendenzenliste ist auch sonst länger geworden: Wo können wir unsere Gasflasche für den Herd auffüllen? Wie lösen wir das Problem mit dem Grossegel, welches wegen der Segellatten beim Ein- und Ausrollen zunehmend Probleme bereitet? Wo bekommen wir ein spezielles Ersatzteil für unsere Elektro-Winsch? Und vieles mehr…

Durch Herumfragen und mit etwas Glück sind wir an Carlos geraten. Carlos ist ein hiesiger Segler im Pensionsalter. Er weiss, welche Firma vor Ort welches Problem qualifiziert und bezahlbar lösen kann, und nimmt einem gegen ein kleines Entgelt gewisse Botengänge ab, für welche man selbst locker einen halben oder gar einen ganzen Tag bräuchte, im Speziellen wenn man kein Auto zur Verfügung hat.

Weshalb braucht es hier so lange, um ein vermeintlich kleines Thema zu lösen, wie zum Beispiel das Auffüllen einer Gasflasche? Während es ins Holland oder England an jedem Hafen einen “Chandler” (ein Laden für Marine-Ausrüstung) als ersten Anlaufpunkt gibt, so sind hier solche Läden rar. Hinzu kommt, dass man eine mitgebrachte Gasflasche in vielen Ländern aus rechtlichen Gründen sowieso nicht auffüllen lassen.

Kein Problem für Carlos: nach einer Stunde ist die neu befüllte Gasflasche da. Am selben Nachmittag kommt ein Mechaniker die Vibrationsabsorber anschauen. Am nächsten Tag fährt mich Carlos über 30km zu einem Segelmacher. Nun bestehen erst mal wertvolle Kontakte, welche wir sonst nicht gefunden hätten. Besten Dank, lieber Carlos!

Das Gasflaschen-Thema ist nun ja schon gelöst. Wenden wir uns also dem Segel zu. Die Segelmacherei kann man von aussen nicht als solche erkennen. Die Szene könnte als Filmkulisse dienen. Es gibt kein Firmenschild, lediglich ein rotes Garagentor. Man muss eben wissen, dass dahinter der Segelmacher schneidert und näht. Hinter dem Tor erkennt man keine Garage, weil der Raum dermassen zugebaut und zugestellt ist. Es bleibt lediglich ein schmaler dunkler Gang. Vor dem Ende des Gangs findet sich ein verglastes Kabäuschen. Als einzige Lichtquelle dient ein Computerbildschirm. Dann plötzlich steht man in einer geräumigen Segelmacherei, gut beleuchtet und etwa 25 Meter lang, hier so breit wie zwei Doppelgaragen, mit braunem Holzboden, der Raum zwei Stockwerke hoch. Es scheint, als würde es viel Arbeit geben. Seit mehr als 50 Jahren befindet sich die Firma im Familienbesitz. Vor 40 Jahren stand sie einige Jahre leer, weil der Vater in einer französischen Werft den fünffachen Lohn bekam. Heute sind hier zwei Brüder am Werk, und sie scheinen ihren Job zu verstehen.

Nach einem Austausch über unsere geplante Segelroute und der Begutachtung unseres Segels empfehlen Joao und Antonio, komplett auf störungsanfällige Segellatten zu verzichten. Stattdessen würden sie dem Tuch einen neuen, sogenannt negativen Schnitt zu verpassen.

Grob gesehen ist ein Grosssegel ein dreieckiges Tuch. Das Achterliek (die hintere Kante) ist tatsächlich oben häufig ‘ausgerundet’ geschnitten, um die Segelfläche zu vergrössern. Damit dieser ausstehende Segellappen nicht einfach schlaff herunterhängt, finden in vier eingenähten Lattentaschen dünne Segellatten platz. Nun soll also dieser ausstehende Segellappen (und noch etwas mehr) weggeschnitten werden, was diesen durchaus gängigen negativen Schnitt ergibt. Dies würde uns einerseits etwa einen Quadratmeter an Segelfläche kosten, was wohl 1-
2% Segelleistung entspricht. Andererseits wäre der jedoch der herunterhängende Lappen weg, welcher störende Luftverwirbelungen erzeugt. Wir folgen der Empfehlung und entscheiden uns also für den neuen Schnitt. Die Arbeit wird innert wenigen Tagen ausgeführt, und das Resultat sieht optisch ganz ansprechend aus.

Somit wären wir zurück bei den Vibrationsabsorbern. “Ja klar, diese sind in der richtigen Grösse und Gummihärte nach dem Wochenende verfügbar”. Das sind durchaus erfreuliche Neuigkeiten. Zuerst wollten wir diese Teile aus Deutschland bestellen, aber das hätte wohl zu lange gedauert. Dass ein Absorber 138 Euro kostet (in Deutschland wären es 42 Euro gewesen(!)) ist nicht verständlich, passt aber ins Bild. Hier ist sämtliche Ausrüstung teuer, auch dieselben Seekarten aus UK kosten das doppelte wie in England).

Nach besagtem Wochenende kommen tatsächlich drei Jungs mit den gemäss Beschriftung korrekten Absorbern. Der eine ist der 70-jährige Chef. Er ist für die Aufsicht und für das Telefonieren zuständig. Ausserdem schwärmt er ausführlich von seiner schönen jungen Frau aus Afrika. Der zweite ist ein sehr lernbegieriger Übersetzer, etwa 30 Jahre alt. Er schaut zu und versucht redlich, zu übersetzen. Der dritte ist ein schweigsamer Mittvierziger, Brasilianer, welcher die Arbeit erledigt, und somit für das Einkommen von allen dreien sorgt.

Im Gegensatz zu den Teilen kostet die Arbeit sehr wenig: knappe zwei Tage mit drei Personen schlagen mit lediglich 240 Euro zu Buche. Teilt man diese durch drei Männer und zwei Arbeitstage zu jeweils fünf Stunden, so verdient im Durchschnitt jeder 8 Euro pro Stunde, Auto und Mahlzeiten inklusive. Die Moral von der Geschicht für unsere Kiddies: “Übe fleissig und lerne auch dein Mundwerk zu gebrauchen. Dann kannst die Arbeit alleine machen und alle Mäuse für dich behalten.”

Die Geschichte mit den Vibrationsabsorbern ist jedoch noch nicht zu Ende. Beim Herausdrehen einer der vier Gewindestangen bricht diese ab. Sie war angerissen und trug nur noch auf der Hälfte ihres Querschnittes. Wäre sie im Betrieb abgebrochen, so hätte unser Motor wohl mehr als nur ‘gewackelt’.

Schliesslich bleibt mir noch Zeit für den Ölwechselservice, zu welchen auch der Austausch des Ölfilters, des Dieselfilters und des Diesel-Vorfilters gehören. Diese Arbeiten gehen mir mittlerweile recht einfach von der Hand. Ich staune jedesmal, mit wie wenig Wartungsaufwand so ein Dieselmotor mit wohl einhundert bewegten Teilen auskommt!

(Das Bild zeigt übrigens einen der Vibrationsabsorber, derjenige mit der gebrochenen Gewindestange).

Wir sind bald soweit…!

Wir sind mit einem vollgepackten Auto in die Ferien gefahren, und mit einem leeren Auto zurückgekommen. Das ist ein durchaus gutes Zeichen, denn in der Zwischenzeit haben wir einen Teil unseres Haushalt vom Auto auf das Schiff umgeladen.

Der gassparende Dampfkocher hat nun genauso seinen Platz an Bord gefunden wie die Gitarre (sie fliegt bei weiterem Nicht-Gebrauch als erstes über Bord ;-)). Die Reiselektüre ist in den Regalen eingereiht, und diverse Schränke und Ablagen wurden ausgeräumt und praktischer bepackt. Jedes Kind hat seien Spielschrank, und auch für die Schulsachen gibt es einen festen Platz.

Yuana hat in den Frühlingsferien auch einige wesentlichen Verbesserungen erfahren, zum Beispiel auch was den Stromverbrauch betrifft: Die neue LED Beleuchtung innen und aussen spart gegenüber vorher mehr als 90% Energie. Dank der zusätzlichen Isolierung des Kühlschranks springt der Kompressor weniger häufig an. Geschirr spülen geht nun mit einer Fusspumpe für Meerwasser. Letzteres spart gleich doppelt Strom: es muss weniger Meerwasser entsalzt werden, und die Fusspumpe geht eben ‘per pedes’.

Jan-the-Rigger war an Bord. Er hat die Wantenspannung geprüft und perfekt eingestellt. Genauso wie bei einem Velorad die Speichen richtig angezogen werden müssen damit das Rad stabil ist und rund läuft, so müssen bei einem Segelschiff die Wanten richtig gespannt sein, damit der Mast fest und sicher steht.

Weitere Neuerungen sind der neu eingebaute Wassermacher für die Herstellung des kostbaren Trinkwassers. Ein neues Alarmsystem informiert uns ggf über einen Wassereinbruch, bevor es nasse Füsse gibt. Ein Seilschneider an der Antriebswelle soll verhindern, dass ein Tau oder Netz in der Schiffsschraube den Motor abwürgt. Wie immer passiert sowas natürlich im dümmsten Moment, zB bei einem Hafenmanöver bei viel Wind. Am Bug wurde von einem Edelstahlbauer eine neue Halterung für den neuen Anker angeschweisst. Die Ankerrolle ist nun grösser und weiter vorne. Dadurch schlägt der Anker beim Einholen nicht gegen den Schiffsrumpf. Diese und weiter Arbeiten sind Bestandteil unserer Vorbereitung für die grosse Reise. Nun ist fast alles fertig.

Die seglerische Vorbereitung auf dem Wasser kam diesmal leider zu kurz. Das Frühlingswetter in Holland mit allerlei nass-kalten Zutaten war zu bescheiden, um mehrere Tage auszufahren. Das hätte einfach keinen Spass gemacht. Ursprünglich geplant war, in der zweiten Ferienwoche durchs IJsselmeer nach Amsterdam zu fahren, und aussen herum durch die Nordsee zurück zu segeln. So waren wir lediglich kurz auf dem IJsselmeer. So haben wir immerhin einen kleinen seglerischen Saisonauftakt abhalten können. Dank dem miesen Wetter sind die Arbeiten am Schiff nun weiter als geplant. Bald gehts los, und darauf freuen uns riesig!

Callings

My journey thus far

Christmas 2013 gave me book about a family voyage to the Caribbean. This was when I became aware that such voyage together with my own family could become my next big thing in life. I’ve already had some small and big objectives in life, and that’s what this post is all about. If I were to categorize my true callings in life, then I would perhaps group them into educational, business and private ones.

Educational objectives: Part of it was just luck, as many other things in my life. The Swiss school system was pretty much straight forward anyway, same chances for everyone. A four-year apprenticeship was followed by a Bachelor’s in Engineering. Later, a Master in Business Administration just seemed to be the logical necessity.

Professional life included two jobs related to industrial plant building business, four years in the first and 15 years in the second. Both jobs allowed me traveling to some beautiful, some vibrant, some exotic and some tough places of this world. Travelling the world sharpened my consciousness for how privileged we are. Job rotations enriched my professional life. I tried always to deliver honest and high quality work and good results. Professional life was great, but it went not without some tough periods. I do appreciate everything because the hardship helped greatly to shape, making me ready to start jumping into future.

Private callings included extensive tour biking from in my youth times, followed by month long car tours to many corners of Europe, North America and Australia. The right woman came into my life and we celebrated an outstandingly nice marriage in our early 30ies. We built a nice nest for ourselves and two wonderful kids. Learning to sail with my wife in my late 30ies somehow evolved in buying an old but fantastic sailing yacht in 2015. To set sails with the family in 2017 obviously is the latest calling.

What did my various callings have in common? A lot! There was always high passion and at same time an urge that kept me in motion. To achieve goals made me happy whilst coming to a stop had something dangerous about it. At times, my mind dictated crazy high standards for me to fulfill, to feel personally responsible for some given situations in business, not to tolerate mistakes, to succeed in meetings where the chances of success were almost nil. Sometimes, this generated a lot of pressure. The good side of this struggles is that they also strengthened me. But while succeeding in the process made me happy, it rarely really satisfied. That fueled me to go further, to improve.

Looking back now, half way through life, many callings have turned into achievements. Putting them in a row makes them looking very focused and straight forward but it wasn’t always like that. The process sometimes felt dead slow. Sometime I felt like an unsuccessful seeker. The sailing trip ahead has changed that completely. All previous doubts have resolved, and I know that they were an important part of the game.

Did I ever plan this sequence of callings? I have to state that it has been a totally unpredictable story. A part of it was blueprinted by how I was brought up. Later on it often happened that one achievement lead to a new target. Some of my best journeys have silently emerged on the basis of what was there, just waiting to be jump-started by minor remark from someone, for example.

My newest calling – to bring myself and my family out and into the world on a sailing yacht – is for sure my most passionate one ever. I deeply feel that we really should do this. It will be the gate to our common future. There is a tremendous respect for the sea and the physical and psychological demands a long sea voyage can make. We will be sailing off extreme areas. However, the potential for hairy sea states is there, that’s for sure. Things could go wrong, as always in life. But I’m as confident to return back home safely, same as one could be for an extended road trip.

Emergency?

How will it be in an emergency, when one has to leave the yacht? An emergency could occur for example when a fire gets out of control. “Everyone into the raft!” Yacht down. “Did somebody take the sat phone to the raft?” No, too bad!

A good friend advised to book an IASF safety training. And so we did. It included virtually everything from storm tactics, safe use of flares, or also how to safely evacuate from the boat.

A particularly fun part of the training was to jump into a pool, with full clothing, boots and the life west on. Pfiuuuuuit – life vest inflated! Swimming was almost impossible, because a good life vest is supposed to turn an unconscious person face up. That makes it difficult to swim as most persons would do.

Later on a life raft was launched. How would one get into the raft from the water? Move like a well trained monkey! Then you’ll make it. Or not. Everyone enjoyed, and we are glad to get an impression of what could happen in such emergency situation, which hopefully never occurs.