Azoren: Ein langer Zwischenstopp

Ursprünglich wollten wir auf den Azoren lediglich einen Kurzstopp zum Einkaufen einlegen. Doch schnell war die natürliche Schönheit dieser portugiesischen Atlantikinseln erkannt, und wir genossen 14 Tage in diesem wohltuenden Grün. Hier herrschen das ganze Jahr über gemässigte Temperaturen, normalerweise zwischen 15 und 25 Grad. In den Häusern finden sich daher keine Heizungen.

Wir haben die Häfen der Inseln Flores, Fajal und São Jorge angelaufen, und überall Freunde vorgefunden, welche wir teils schon vor der ersten Atlantiküberquerung kennengelernt haben. Die Szene der Blauwassersegler ist um den ganzen Globus verteilt, und trotzdem trifft man sich immer wieder, wie schön!

Jedesmal ist die Freude gross, wenn ein befreundetes Schiff in den Hafen fährt. Man hilft sich zunächst mit den Leinen beim Anlegen und tauscht dann gleich mal die letzten Neuigkeiten aus. Die Kids entern gegenseitig die Schiffe und spielen, oder wie im Falle der Jungs, tauschen die unterwegs programmierten Computerspiele aus.

Das stete Wiedersehen kommt daher, dass sich die Seglerszene je nach Ort und Jahreszeit mit den vorherrschenden Winden bewegt. Im Spätherbst ziehen die Schiffe über den Atlantik in die Karibik, und wer nicht in Richtung Pazifik oder Nordamerika abgebogen ist, der kommt im üblicherweise im Mai oder Juni auf den Azoren an.

Für uns markieren die portugiesischen Azoren zwei Drittel der Reise von der Karibik nach Nordeuropa. Auch wenn wir schon in Europa sind, so sind wir tatsächlich noch sehr weit draussen im Atlantischen Ozean.

Am allermeisten ist diese geographische Lage natürlich der hiesigen Bevölkerung bewusst. Die Namen vieler Restaurants und Firmen zeugen davon: So haben wir zum Beispiel im Restaurant OCEANIC gegessen, das Gelati im ATLANTICO geholt. Die Seekarte für unser nächstes Ziel in Frankreich konnten wir bei MID ATLANTIC YACHT SERVICES kaufen.

Wenn man über diese hügeligen Inseln fährt, wähnt man sich fast immer in einem Naturpark. Die Strassen sind meist mit Hortensien gesäumt, und in vielen Vorgärten blühen schon die Blumen. Die Felder in den Hügeln wurden einst mit Steinauern säuberlich unterteilt. Der kleinflächige Ackerbau hat jedoch ausgedient. Heute grasen hier und da Kühe. Die Milch wird mehrheitlich zu hervorragendem Käse verarbeitet.

Die Tourismus-Saison ist mit vier Monaten relativ kurz. Fragt man die Taxifahrer, wie die Lokalbevölkerung ihr Geld verdient, so wird immer auch der Staat als Arbeitgeber genannt. Man sieht den Inseln an, dass der Statt und die EU mit grosser Kelle in die Zukunft investiert. Im Moment fliesst das Geld vom flüssig vom Festland auf die Inseln, weil die autonome Lokalregierung dieselbe ist wie auf dem Festland. Die Häfen werden ausgebaut, die Strassen in einen ausgezeichneten Zustand gebracht, und grosszügig moderne Schulen gebaut.

Das Festland unterstützt die Lokalbevölkerung und versucht mit allerlei Mitteln, das Inselleben attraktiv zu halten. Der Staat kann unmöglich auf jeder Insel ein Spital betreiben. Damit Frauen auf ‘Nichtspitalinseln’ trotzdem ohne Kaiserschnitt im Spital gebären können, bezahlt der Staat den angehenden Müttern im letzten Schwangerschaftsmonat ein Zimmer in Spitalnähe.

Der Staat kommt auch für den Transport abseits wohnender Schulkinder auf. Die Inselflucht beginnt oftmals da, wo angehende Studenten zur höheren Ausbildung fast immer aufs Festland müssen. Selten kommen diese zurück, denn es gibt einfach zu wenige spezialisierte Jobs. Als Anreiz wiederum werden neu eröffneten Geschäften in den ersten fünf Jahren die Steuern erlassen.

Das vorteilhafte portugiesische Steuerrecht hat man auch in China erkannt. In jedem Dorf gibt es einen chinesischen Laden, vollgestopft mit einer Unzahl von Billigartikeln, meist Haushalt oder Bekleidung und Schuhe. Die Waren werden oft in den Transportkartons präsentiert. Die einzige Person im Laden ist der Chinese an der Kasse. Und wo ist der Trick mit den Steuern? Nach den fünf steuerfreien Jahren wechseln die Schlaumeier den Namen und den Inhaber, und weiter geht es steuerfrei. Die herkömmlichen Tante-Emma-Läden können haben es da schon sehr schwer.

Dabei haben die Inseln eine glorreiche wirtschaftliche Vergangenheit hinter sich. Einst nahmen die Ozeandampfer hier neue Kohle gebunkert. Dann kam die Fliegerei, und die Flugzeuge stoppten auf Santa Maria zum Auftanken. Der verbreitete Wahlfang währte bis in die 80er-Jahre. Als letztes hat die Globalisierung den Ackerbau genommen, weil es einfach billiger wurde, das Korn einzukaufen, als es anzubauen. Wie jedoch bereits oben angedeutet, läuft die wirtschaftliche Erneuerung. Und wir meinen, dass sie in eine gute Richtung läuft.

Unsere InselführerInnen Lurdes, William und Zélia haben nebst diesen Stories vor allem betörend schöne Vulkanlandschaften, Käsereien und spannende Kornmühlen für uns parat. Spätestens an den zerklüfteten Küsten tritt das schroffe vulkanische Erbe zutage. Hier wo einst die glühende Lava brodelnd und zischend ins Meer floss, kann man heute in eigens dafür hergerichteten Bädern ein erfrischendes Bad geniessen.

Wenn ich über die Karibikinseln gesagt habe, dass ich nie auf dieser Reise häufiger fotografiert hatte, so kann ich hier sagen, nie häufiger die Panoramafunktion gebraucht zu haben

St Kitts and Nevis: Short and hefty

St Kitts and Nevis is another very small state in the Eastern Caribbean with an estimated(!) population of 55‘000 only. No state so far was too small to give us a nice Welcome. Here, they sent a pretty large whale jumping out of water several times, leaving huge splashes whenever it plunged back. Good he didn’t decide to cuddle with Yuana.

St Kitts is actually also known as St Christopher, the name given by Columbus after his own name. We have met the traces of Columbus many times here in the West Indies. He discovered most of the Easter Caribbean Islands for Spain. Touching history is so much better then just learning it out of school books.

In Columbus’ wake came other Europeans. Too many times, this ended bloody for the Caribs, also in St Kitts. A small number of aboriginal Caribs remains, today living in Dominica. Today, the lands are mainly owned and populated by the descendants of African slaves. Speaking about population of St Kitts, one should not forget to mention the green velvet monkeys. They are up and around until 10a.m., before sun gets too warm.

Arriving at the Southernmost tip of St Kitts, we were astonished to find a high finish mega yacht harbor. It seemed to be in the middle of nowhere. Miss-leaded Investment? Nearby was the Salt Plage, perhaps the coolest beach bar we have ever seen. The palm trees, lounge sofas and high chairs were arranged on three platforms, partially over the water. Super simple and award winning design, someone did a fantastic job!

When we took a stroll to the other side of the narrow island, we came across a small luxury hotel. Another remarkable place in the middle of nowhere? Also special was that all these places were interlinked with perfectly paved roads with park-like gardens aside. On the way back, a six-seated golf cart stopped and offered us a lift back to our anchorage. The driver was a woman, with a man seated next to her.

We asked a bit what kind of development was going on here, and who in that small country could invest in such top class properties. The man in the cart looked back to me and was saying with a wide grin on his face: “I’m the crazy guy doing all that”. It turned out that he was the American businessman Charles P Darby III. Just google him. You will find the former CEO of the company who developed Kiawah-Island in the US and also Irish Doonbeg Golf Resort which was later sold to the Trump Family.

Charles explained that he bought 2500 acres of land to develop it into a huge luxury residential area, encompassing more than 200 buildings.
The most dramatic Tom Fazio golf course is the next thing they will build. Super impressive! Charles was kind enough to shake hands with us again when he showed up at the beach bar on the same evening.

Another helpful person was Elvis. He drove us high up to the Brimstone Hill Fortress, another large defense installation of the British, this time to fight the French. At those times it was of utmost importance to secure an anchorage in the vicinity of a good fresh water river. No trip back to
Europe could start without the barrels filled with drinking water. Elvis also offered us some economical insights:

As everywhere else in the West Indies the sugar cane business lost momentum decades ago and sent Kittian economy into a long sleep. Only 15 years ago when the cruise ship terminal was opened, tourism got significance and quickly became the most important economic sector. In high season, two or three cruise ships visit St Kitts every day. In the off season, its considerably less, depending on latent hurricanes.

Asking about difficulties with quickly growing tourism, Elvis said that everyone is happy with it because it creates lots of jobs. Then he added: “OK, there is one problem. With the tourists coming, many of us now must work on Sundays. Then we can’t go to Church. But the weekly service is very important for us.” More than a dozen of Christian Churches exist in Basseterre only. They compete for members in a saturated market.

Elvis blown the horn every other mile to say hello to someone else on the road. Once it was the hair dresser, then a family member and then a very good friend, the former Prime Minister who is now in the opposition. By the way, there is no Republican Party as we know it, and a Green Party is not required at all. The parties are more in the range of different shades of Labors, which started forming in the late times of slavery.

The country is proud of celebrating its 35 years of independence from UK this year. The Commonwealth improves the access to international financial markets. They however complain that loans for disaster recovery are becoming more expensive after catastrophic incidents such as most recent hurricanes. The county’s stability is questioned. “Why and how should we pay the bill for global warming which was produced elsewhere?”. A thoroughly wide topic…

Last but not least, such small country could not defend itself in case of an attack. We learned that the military interventions of UK in Falkland and the one of US in Grenada are taken as a sign that Kittians would not been left alone in such a case. In return, US Army is allowed to train in the country, and also to use its geographic position strategically. Young Kittians do not need to serve in an army.

That was a lot for little more than one day only, isn’t it? St Kitts was a very quick go for us. After leaving St Kitts and Nevis, we did a short provisioning stop in St Barths. This is the famous French place where Johnny Hallyday was buried recently. As I conclude this article, we are already on the British Virgin Islands. We have decided to meet up here with some friends for Easter. The BVI’s will perhaps be our grande finale in the West Indies, before starting our second Atlantic Crossing with new crew during May.

Wishing everyone a nice Easter Weekend
Markus and family

PS: There are some great photos from St Kitts on http://www.yuana.life . As always, Klick on our logo to randomly see the next picture.

Antigua – The upper class holiday place

Antigua welcomed us with its English Harbor, a paramount anchorage which can perhaps not be found many times in the world. Very well protected and hardly visible from the sea, it was the perfect place to protect a naval fleet. The whole area around that most beautiful bay is today listed as a UNESCO World Heritage site. What is called The Nelson’s Dockyards are the docks where ships tie up for unloading and loading.

This all started 235 years ago, when Piracy was still a big issue in the Caribbean. Admiral Horatio Nelson developed the English Harbour area for the British Navy to support their claims in the West Indies. The place grew strong enough to stop the piracy of those days. Earlier, the British, French, Spanish and other Admiralties teamed up with the Pirates very opportunistically, just to win (or loose) the next battle.

The Nelson’s Dockyards were beautifully restored and are today used as a marina. Also thanks to its nice surrounding, it became a preferred docking place for super yachts. Steering my own ship into English Harbour and tying her up at the great old Nelson’s Dockyards became one of my personal maritime highlights. I realized this only in hindsight. And this was the perfect start for our encounter with Antigua.

The following days brought us back some dear friends from the yachts Krabat, A Capella of Belfast, Dream Catcher and Kisu. All of us were then anchored in Falmouth Bay, just next to English Harbour. We enjoyed sundowners in one or the other cockpit and made sure to party at the local Yacht Club.

Then came the birthday of our son. He turned eleven and was a bit disappointed that he didn’t get an invitation for Hogwarts, the School of Witchcraft and Wizardry. This was at least what happened to Harry Potter at his own eleventh birthday (we are working ourselves through that book, English edition, every evening bit by bit). All of us enjoyed the day with a bit of sailing, swimming, beach games and an e-reader as top birthday present. It was very important for him to get into a marina with internet connection. Sure we did, and we closed this great day with an appropriate dinner at a great Greek restaurant.

Because we liked Antigua and wanted to get more of it, we decided to explore the Northwestern part of the country. We found dozens of quiet islands, reefs, almost white beaches and turquoise waters. We spotted breeding Pelicans and pure nature. On Long Island, one-story luxury hotels lined up along the beach, offering peace and privacy for several thousand dollars per night – the place to be.

Antigua actually has a little neighbor, with is the island called Barbuda. Barbuda is said to top the beauty of Antigua. We didn’t go there. Sadly, Barbuda got totally destructed by storm Irma, and other sailors who tried to visit the place confirmed this. So we decided not to go there.

Antigua is something special, not only for its natural beauty, but also for rules and regulations. They are so good that they need their own electronic pre-arrival notification system for sailors, whereas the other East Caribbean States teamed up for one common solution. Moreover, one has to throw the hook and dinghy in for the customs and immigration, before the boat can be tied up on a dock. ‘Work your way in if you want to be part of our place!’

The hight was when we had to register our kids as passengers rather than crew, which cost a lot of money. Dear Antiguan authorities, the sailing community just laughs about such advanced level of ridiculousness.

Other strange things? Yes, when we were on the beautiful uninhabited islands with no supermarket around the corner, we tested some canned meals which we bought earlier in Martinique. We assumed that we can find the same cans again further up North in Saint Martin, as stock for our second Atlantic crossing. Guess what? Those canned meals must have been produced in the same factory which produces the food for our cats. So: No canned meals for the long way back to Europe ;-)!

By the way: Nelson’s Dockyards called up some nice memories from the great old harbors we’d visited in England. That made me starting to like the idea to pay some more visits there on our way back 🙂

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Picture: Copper and Lumber Store, now a hotel inside Nelson’s Dockyards

Wer hoch steigt fällt tief!

Dominica wurde im September 2017 vom Hurrikan Maria stark getroffen. Man sieht auch nach fünf Monaten des Aufräumens auf fast jedem Grundstück zumindest Spuren oder gar die Verwüstungen der Katastrophe. Deshalb bleiben die Kreuzfahrtschiffe aus, welche sonst mit jedem Anlanden weit über 1000 Leute auf die Insel schwemmen. Das schmerzt die Bevölkerung sehr.

Wir wollen in dieser Situation gute Touristen sein und kaufen den Strassenhändlern und Marktfrauen reichlich Früchte und auch mal eine Halskette ab. Wir haben auch schon zwei geführte Exkursionen unternommen. Die erste war eine grandiose Flussfahrt, und nach der zweiten, einem Ausritt zu Pferd, haben wir zwei Verletzte zu pflegen.

Die Pferdefrauen treffen wir zur vereinbarten Zeit am Strand. Wir erkundigen uns zuerst nach den Touren, dann nach der Sicherheit, und zuletzt nach dem Preis. Man kann zum Beispiel zu Pferd im Meer baden gehen. Da wir sonst schon viel Wasser um und haben entscheiden wir und für die Tour zum einzigartigen Aussichtspunkt, wo man alle vier Klimazonen von Dominica erleben kann.

Bezüglich Sicherheit gibt es klare Informationen und Regeln: Für Kinder unter 15 Jahren gilt Helmtragepflicht, und die Kinder bekommen auch nur ein Pony. Bald ist ein fairer Preis ausgehandelt, und wir lassen uns zum Pferdehof fahren.

Dort finden wir eine liebenswürdige Kanadisch-Dominicanische Familie, ein einfaches Wohnhaus und einen Schuppen für die Reitausrüstungen vor. Man hat sich eine etwas sehr selbstbewusste australische Pferdeführerin zugelegt, welche dank all ihren internationalen Pferdeführrerinnendiplomen bestens qualifiziert ist, um die seit 30 Jahren ansässige Familie angemessen ins Pferdereitbusiness einzuführen.

Schon stehen die Ponys für unsere Kinder bereit. Wenn man will kann man natürlich dem Pferd einen Pony-Kleber anbringen. Aber es wird dadurch nicht wirklich kleiner. Immerhin wird uns versichert, dass dies die erfahrensten Tiere seien, welche unter keinen Umständen scheuen würden. Die Helme werden auch schon gebracht, und die Kinder einfach und nützlich instruiert.

Nun kommt die Frage, ob denn die Erwachsenen auch Helme tragen wollen? Ja sicher, wir sind ja nicht blöd. Immerhin liegen meine Reitstunden mehr als 30 Jahre zurück. OK, das mit den Helmen sei kein Problem, sie seien nur nicht so gut mit Helmen ausgerüstet. Bei meinem Helm fehlt leider das weiche Innenfutter. Ich lasse einfach mein Cap auf dem Kopf und dann passt alles wie angegossen.

Die Hunde werden angebunden, eine Reihenfolge wird der Pferde beim Reiten festgelegt, und dann geht es los. Kaum sind wir auf der Strasse, so sind zwei der Hunde neben uns. Die Pferdeführerin findet das nicht lustig, toleriert es jedoch.

Bald biegen wir von der Nebenstrasse auf einen Naturweg ein, und es kommt einer dieser karibischen Regenstürme daher. Nach 30 Sekunden ist man nass bis auf die Haut. Da wir gerade an einigen Büschen vorbeikommen wird erklärt, dass das nun der Regenwald sei. In der Ferne sehen wir die zweite Klimazonen, ein Sumpf. Die anderen beiden Klimazonen interessieren mich nicht mehr.

Das Reiten macht mir Spass. Es geht etwas bergan und ich staune, wir mein Pferd auf kleinste Zügelbewegungen reagiert, obwohl wir doch einfach hintereinander her reiten. Junior fragt die Pferdetrainerin, wie man bei sein Pferd von Automatikmodus auf Manuell umschalten könne. Er habe ja gar nichts zu tun.

Wir kommen an dem soliden Haus eines Holländers vorbei. Dort brachte sich die Pferdefamilie sich in Sicherheit, während ihre Behausung vom Wind Stück um Stück davongetragen wurde. Kurz nachdem wir drei einzelne Kühe passiert haben bleibt die Pferdeführerin für ein Gruppenbild stehen. Jeder andere Punkt an diesem sanften Berghang hätte ebenso der grandiose ‚Aussichtspunkt‘ sein können. Wir knipsen schöne Fotos und reihen die Pferde für den Rückweg ein.

Der Weg ist vom Regenwasser ausgewaschen und da wo keine Steine liegen, hat es Lehm. Einer der Hunde geht freudig voran, und passiert schon bald die erste Kuh, ein junger ängstlicher Stier. Der Hund macht sich einen Spass daraus, den an einem Strauch angebundenen Stier anzubellen. Schon reisst sich der Stier los, und der Hund hetzt hinterher, dummerweise genau auf die Pferde zu.

Ich habe jetzt noch die bedrängte Visage des Stiers vor mir: hinter sich ein rasender Hund, vor sich sechs Pferde, und ein beidseitig mit dichtem Buschwerk gesäumter Weg. Bald schon entscheidet er sich, dass die Büsche der beste Ausweg sind, und verschwindet flink wie ein Hase vom Weg. Zusammen mit dem Stier ist auch der Hund weg.

Nun sind wir schon mitten in der Kaskade, welche schliesslich zu unserem Reitunfall führt. Das Pferd unserer Reitlehrerin geht mit dem Abgang des Stiers hoch und steht nun also auf den Hinterbeinen. Von den zwei verbleibenden Hufen rutscht eines auf den Lehm weg, und das Pferd
verliert die Balance vollends. Es fällt auf die Seite, und begräbt das linke Bein unserer Pferdeführerin unter sich.

Vom ersten Pferd aufgescheucht, lassen sich auch die anderen Pferde verunsichern. Junior‘s Pferd lässt sich nun endlich manuell führen. Er wendet sein Reittier und geht wieder bergan. Es läuft geradewegs auf Manuela‘s Ross zu, und der Junior wird sich später erneut beklagen: „Das dumme Pferd hat nicht geschaut wo es hinläuft!“. Zu wenig Automatik. Jedenfalls schnappt sich Manuela heroisch Junior‘s Zügel, um dem Pferd im manuellen Modus eine neue Vorgabe zu machen: „Stopp!“ Die Pferde haben eine andere Meinung, und schon bald gehen Manuela und der Sohn unsanft zu Boden. Ich bin der Hinterste von allen und sehe nun die Tochter stracks den Hang hinaufreiten. Sie zieht aus Leibeskräften an den Zügeln und bringt das grosse Tier hinter mir zum Stillstand. Mein eigenes Pferd schnaubt zwar wie verrückt, bleibt ansonsten jedoch cool. Die beiden Pferdefrauen gesellen sich etwas verwirrt zu unserer Tochter.

Ich muss sie erst anweisen, endlich das Pferd der Tochter festzuhalten. Eine weitere Anweisung war notwendig, damit der Tochter beim Absteigen geholfen wurde. Der Sohn kommt mit einigen Prellungen weg. Manuela hingegen ist rückwärts gefallen und hat sich eine schwere Prellung im Bereich des Steissbeins zugezogen. Das schmerzt sehr und schränkt die Bewegungsfreiheit momentan stark ein. Die Heilung wird wohl zwei oder drei Wochen dauern. Zum Glück scheint es keine schwere innere Verletzung gegeben zu haben.

Der oben erwähnte Holländer hat trotz seines Alters offenbar einen Schrei gehört und kommt nachsehen. Während die Pferdefrauen die sechs Tiere in den Stall führen, dürfen wir auf der Terrasse des Holländers ausruhen. Normalerweise wäre die Geschichte hier zu Ende gehen. Es gibt jedoch noch etwas Bonusmaterial:

Hannes muss schon weit über 80 sein. Wir sind beide Ingenieure und verstehen uns auf Anhieb bestens. An irgendeinem Punkt im Leben war er Orthopäde. Er kommt schnell zum Schluss, dass do unseren beiden Verletzten kein schwerwiegender Schaden vorliegt, und wir wohl einen guten Schutzengel haben.

Dann geht es sofort zu seinem eigenen Glück, nämlich der Tabakspfeife. Sobald er aufhören würde zu rauchen, würde er sein Leben aushauchen. Er wolle dann in die Kiste, und zwar mit seiner Pfeife, einem Beutel Tabak, und dem Handy. Drei Tage nach dem Einsargen müsse man ihn anrufen, und wenn er den Anruf nicht entgegennehmen würde, dann könne man den Sarg hinablassen.

Braucht es hier noch ein Schlusswort? Ja klar. Erstens machte die Pferdeführerin den Hund für das Debakel verantwortlich und wollte ihm hernach das Fell über die Ohren ziehen lassen. Zweitens stützt dieser Unfall die These, wonach Segler typischerweise an Land verunfallen und nicht auf dem Wasser.

Privatinsel Mustique

Nach dem wir Grenada verlassen haben, sind wir erneut in Sankt Vincent und die Grenadinen eingereist. Die südlichen Grenadinen hatten wir ja bereits ausführlich erkundet. Nun wollten wir auf unserem Weg nach Norden noch die Inseln Mustique und Bequia kennenlernen.

Die Insel Mustique ist knapp 5 Kilometer lang und halb so breit. Im Jahre 1958 kaufte Colin Tennant, ein britischer Baron, die Insel für 58‘000 Englische Pfund. Nach heutigem Geldwert sind das schlappe 1,7 Millionen Franken. Tennant schenkte der befreundeten Prinzessin Margaret zu deren Hochzeit 1960 ein Stück Land auf Mustique, und schon bald war die erste Villa gebaut. Heute finden sich ein paar Duzend sehr grosszügige Villenkomplexe an den schönen Stränden und auf den Hügeln. Sie gehören gut betuchten Personen aus der Wirtschaft und aus dem Showbusiness. Angeblich trifft man in einem der drei Restaurants gelegentlich auf Brian Adams, Mick Jagger, oder andere Berühmtheiten. Einige dieser Personen vermieten ihre Anwesen. Die publizieren Preise liegen im Bereich von 20‘000 – 50’000 Franken, pro Woche, versteht sich.

Hier kommt nur vorbei, wer mit dem Privatflieger anreist. Man will unter sich sein. Wir Yachties sind auch willkommen, hurra! Nachdem wir Yuana an einer Boje festgemacht und Dorie zu Wasser gelassen haben, fahren wir zum Dinghidock.

Ein Dinghidock ist übrigens ein Steg, wo die Yachties ihr Gummiboot festmachen, wenn sie von der ankernden Yacht an Land gehen. Manchmal liegen mehr als 20 Dinghis an einem Steg, alle Kopf voran angeleint. Es macht zuweilen den Eindruck, als wären die Dinghis Arbeitspferde, die zum Fressen hierher gekommen sind.

Nicht so in Mustique. Lediglich zwei oder drei Dinghis warten hier, als wir anlanden. Auf einer Wanderung lernen die Insel kennen. Auf den wenigen Strassen fahren fast ausschliesslich Unterhaltsfahrzeuge der Mustique Company. Alles wird perfekt unterhalten, nirgends liegt Laub oder etwas anderes Unerlaubtes auf den Strassen. Wir gehen an den Hügeln vorbei, welche die Villen vor Einblicken von der Strasse her schützen. Die Kokospalmen sind genau so gegenwärtig wie die hohen, wogenden Grashalme einer Wiese oder der mit lauter runden Steinen belegte Strand in einer Bucht. Der stete Passatwind lässt die Büsche schräg wachsen, und treibt die neblige Gischt der Atlantikbrecher in die Hügel. Vom Land aus sieht das Meer manchmal so gefährlich aus…

Während unserer Wanderung haben wir nebenbei den Flugplatz gerundet, uns so könnten wir zuweilen dem spärlichen Betrieb zuschauen. Kommt ein Flugzeug an, so erwacht der Flugplatzes kurz. Am Feuerwehrauto gehen für 10 Minuten die Warnlichter an. Zwei bis sechs Personen steigen aus dem Flugzeug aus und gehen in das kleine Bambushaus, wo der Zoll und die Einwanderungsbehörde ihr Bürochen haben. Einmal steigt lediglich eine Tasche mit Golfschlägern aus. Da hat doch glatt jemand etwas zu Hause vergessen. Einen Golfplatz haben wir zwar nicht gesehen, aber man kann ja teure Golfbälle auch ins Meer oder in die Pampa hinauspfeffern, wenn man will. Sind die Golfschläger ausgeladen, so werden die dekorativen Flaggen von den Masten geholt, die Türen des Bambusterminals werden geschlossen, und der Feuerwehrmann fährt mit seinem Feuerwehrauto quer über die Insel nach Hause. Unweigerlich erinnert man sich an eine Miniaturlandschaft im Legoland.

Die Insel scheint so unglaublich einfach und normal zu sein, und trotzdem habe ich an keinem anderen Ort unserer Reise mehr fotografiert. Es ist wohl die natürliche Abgeschiedenheit einer Parkinsel im Meer, welche den magischen Reiz ausmacht.

Im Restaurants Firefly bezahlen wir für einen kleinen aber feinen Lunch 166 Franken, was uns beinahe schockiert. Schliesslich merken wir, dass es in der Schweiz wohl noch mehr gekostet hätte. Wir haben uns mittlerweile echt an ein anderes Preisniveau gewöhnt. Und, wen haben wir kurz und verstohlen beäugt, wen entdeckt? Es waren ein paar ältere Leute, die ihre Ruhe haben wollen. Einige Mittfünfziger haben genauso verstohlen zu uns herüber geschaut. Später stellt sich heraus, dass es unsere Nachbarn vom Katamaran an der nächsten Boje waren, haha.

Wir lieben Mustique. Wenn wir eines Tages unsere Yuana verkauft haben werden, dann können wir uns ja nach einer kleinen Mustique-Villa umschauen ;-).

Da war noch ein anderer ‘totaler Bringer’ in den letzten Wochen in SVG und auf Grenada: Es waren die am Baum gereiften Passionsfrüche zu 2.50 Franken das Pfund. Da gab es keinerlei Zurückhaltung!

Grüsse von den Yuana’s, jetzt in der Rodney Bay auf Saint Lucia

Grenada

Grenada welcomed us with one of the better sailing days when cruising down their open ocean coasts with nice winds and almost no waves. We soon parked Yuana in the Marina of the Hotel Resort http://www.LePhareBleu.com

Le Phare Bleu is a Swiss owned and operated boutique hotel and marina, with all facilities open to the sailors as well. The name relates to the Swedish lighthouse ship which serves as their landmark, as a breakfast and music place, and which also houses some showers for the marina guests. This was our starting place to explore Grenada.

We arranged for a couple of onshore family runs, together with our friends from Mirabella, Kisu or Magellan. The rain forest refused us: loads of mud and flooded trails made it impossible to hike. We decided to give up and turn back after one hour, one kilometer and full of dirt. At least, we found some monkeys and waterfalls accessible by car which gave us an impression how it looks inside the jungle.

Our drivers stopped several time along the narrow and steep roads to show us trees where banana, mango, papaya, coconut, passion fruit, grape fruit, sorrel and other more exotic things grow. We also liked to learn where cloves grow and how cinnamon is produced.

Nutmegs are a chapter for itself, as the edible nut is packed in a triple shell, here described inside-our: Shell number one is very thin and hard and opens with a nut cracker. Shell number two is a fancy looking red netting called ‘mace’. It is the most precious part and used for flavoring of beverages or as a fragrance. The outermost shell finally is a thick cover comparable to a chestnut over in Europe.

The various fruits and spices amazed us and the kids. The kids favorite however was the chocolate factory, and inside the factory particularly the place where the products could be tasted. We bought a 1kg chocolate bar which shall soon give us a nice chocolate fondue. Hope nobody will die from the sugar flash.

Sure we were at the dinghy concert which was given on a raft in our bay. It was like on the street parade in Zurich, just with one stationary love mobile only and much better music. A small crowd of 300 gathered there to hang out on the water with friends, having a couple of drinks and enjoying great local sounds from the stage.

Visiting Grenada unveiled also some aspects where some might need to get used to. We want to write about this because we found it to be a part of their country or culture:
– Staff in a restaurant sometimes seem to be quite hesitating about serving customers. So we just grabbed the menu from the front desk and met the waitress at the bar for placing orders and paying the bill.
– Roads are very small. A safe driver won’t bring you farther than 30 kilometers in one hour. The hundreds of car wrecks rotting along the roads tell sad stories about the unsafe drivers.
– Locals pay no income tax. The state makes its money with import taxes only. The is a 150% surcharge on cars and 50% for the goods bought at the ship chandler where a lady used 5 minutes to bring a hand written invoice up to shape for me. Efficient?
– Many business potentials seem to be wasted without taking the chance to materialize them. Why isn’t the nutmeg place proudly serving cakes and drinks flavored with their products? Perhaps because they are proud that they haven’t changed their factory since the early days 50 years ago.
– The post system is dead slow. Still after three weeks, our new flag didn’t arrive and we had to leave without it. Too bad!

Still, do it as we did and visit this beautiful island! It‘s definitely worth it!

Auf dem Weg nach Hause

Wir haben heute morgen um 9:30 Uhr Lokalzeit das Südwestkap von Grenada, den Point Saline, in nordwestlicher Richtung passiert. Wir waren damit rund 7550 Kilometer Luftlinie (natürlich mit Erdkrümmung) von zu Hause entfernt und weniger als 100 Kilometer von Venezuela’s Gewässern entfernt. Uns allen geht es bestens und Yuana macht einen super Job!

Vor allem aber heisst das, dass wir nun geographisch gesehen auf dem Heimweg sind. Auch wenn wir noch nicht wirklich bald nach Hause kommen wollen, so ist das trotzdem eine tolle Sache für einen Montagmorgen!

Die Kiddies fragen, was unsere Freunde und Leser an diesem Morgen gerade tun. Also machen wir doch ein kleines Spielchen, wenn ihr Lust dazu habt.

Liebe Leser: lasst uns wissen, was ihr heute Montag gemacht habt, und wie es euch dabei ging. Wir fassen dann anonym zusammen und lassen euch die witzigsten Antworten auf selben Wege wissen.