Madeira to Isla Graciosa – 2nd night

The day started wish some fishing. I wasn’t even through with securing the fishing gear as I heard an odd croaaak coming from the area where the hook was. Oh no, the only seagull in the area tried to eat our fishing lure which we pulled behind us. Now, the seagull is trapped somehow. Immediately we would slow down, turn back and spool in the fishing line, with no tension on the line for the bird. This gives it the time to free itself and we are bloody glad that it was like that.

Later on we catch a tuna kid, just about 35 centimeters long. We release it since we don’t want to kill it for the little flesh we would get. Another two tunas of same length follow, and all of them can go back into the blue. We discussed whether the fish would remember that at the end of the day, and learn something out of being caught. Does anybody know ;-)?

As all of the three tunas were of same length we conclude that our lure was to small. For this reason we change back to the bigger lure which was responsible for the big tuna we caught a week ago. However we wouldn’t catch anything for the rest of the day.

In the afternoon we were chattering over the radio with a solo sailor on his way from La Rochelle (F) to Gran Canaria. He would prepare there for a solo race across Atlantic Ocean to Martinique. He says that 81 single-handed boats are participating and expects to make the crossing within two weeks, on a boat of 6.5 meters length only. His biggest issue was the freeze-dried food which he apparently didn’t like so much. We wished good luck to him for the race.

Before dinner time we decide spontaneously to stop the boat and go swimming. Sea is flat and wind is down. One adult always stays aboard whilst the other three persons try not to get caught by a shark (they eat later, usually). We survive. The strangest thing about swimming out here are the 3000+ meters of water underneath. This is so incredibly deep, with an awful lot of strange animals down there.

Another day dusks and we get ready for the night. All the way from Madeira we have propelled as the winds were mostly not there, which matches with the predictions. As the evening develops, the forecasted light winds appear from starbord and slowly change to port side (from right to left). We set sails and can stop the engine as wind picks up further around 10p.m.. It will become quite a fast but bumpy ride. I reef a bit at 2a.m. to make everyone happier on board.

We do not have a particular watch scheme for the nights. We just agree on each other’s condition. The one who thinks can catch some sleep goes down to his bunk until woken up for a change. We try to let each other sleep for three to four hours in one go, at least. This night’s sleeping will be less because falling asleep is very difficult with so much motion in the boat. The kids luckily went to bed before the rocking started so they can sleep.

The magic of last night is not here today. Why would the water make this glittery shining one night, bit not the next one?

To kill time I download the latest pictures from Ophelia. Ophelia is a violent storm west of us, slowly moving north-east. Within a few days, it should pass in between Azores and Madeira, later entering bay of biscay. We are glad not to be there, because gusts of 85 knots (almost 160 km/h) is definitely not what a brave sea man want to experience out there. We start to feel uncomfy already at 25 to 30 knots of wind. We will however not get around the swell of Ophelia down in the Canaries. The waves carry on for a very far stretch, also if the storm has passes far off.

Anything else for that night? Again, no mermaid appeared ;-).

Karibische Reisepläne nach dem Sturm

Im September 2017 trafen die gewaltigen tropischen Wirbelstürme Irma und Maria auf die Kleinen Antillen. Sie hinterliessen teils überaus verwüstete Inseln, viel zu viel Not und Leiden lokaler Bevölkerungen, und verunsicherte Crews auf vielen Fahrtenyachten. Ein signifikanter Teil der Inseln auf unserer karibischen Reiseroute von Barbados über Grenada in die Britischen Jungferninseln war und ist davon betroffen.

Auch wenn für uns der Weg das Ziel ist, so wollen wir primär in die Karibik, und nicht primär über den Atlantik. Daher stellte sich für uns die ernsthafte Frage, wie viel Sinn die weite Reise über den Atlantik macht. Also versuchten wir anhand einer dünnen Faktenlage, uns eine Übersicht zu verschaffen. Hier ist unsere laienhafte Auslegeordnung in vier Teilen:

 

A) Verlängerung der Sturmsaison?

Die Sturmsaison in der Karibik dauert normalerweise von Juni bis November. Die Stürme bilden sich in den Kapverden, und ziehen dann über den Atlantik. Meist drehen sie nach Norden ab, bevor sie auf die Kleinen Antillen treffen, und lösen sich auf. Sehr starke Stürme bilden sich, wenn das Meerwasser besonders warm ist. Sie laufen länger und treffen eher auf Land. Wenn im Herbst die Sonne weiter südlich steht, nimmt die Wassertemperatur ab, und das Risiko grosser Wirbelstürme sinkt stark ab.

Im letzten Jahrzehnt lag die Anzahl sehr starker Stürme in der Karibik deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Häufung im Jahre 2017 geht auf eine aktuell hohe Meerwassertemperatur zurück. Man muss kein Wetterfrosch sein um zu verstehen, dass die Meerwasserabkühlung länger dauert, wenn das Wasser wärmer ist. Ergo versteht der Laie, dass sich die Sturmsaison etwas über November hinausziehen könnte.

 

B) Etwaige Auswirkung auf unsere Atlantiküberquerung

Seit jeher planen wir, über die Kapverden in die Karibik zu segeln. Man kommt so schneller in den Passat-Windgürtel und verkürzt die eigentliche Atlantiküberquerung von drei auf zwei Wochen. Damit verringern sich die Unwägbarkeiten über das Wetter. Unsere Ankunft auf Barbados erfolgt normalerweise um den 5.-8. Dezember. Barbados liegt am unteren Ende der Hurrikan-Zugbahn. Wir haben keine Anhaltspunkte gefunden, wonach es so spät im Jahr auf Barbados einen tropischen Wirbelsturm gegeben hätte. Trotzdem wollen wir uns gedanklich einige Eventualitäten durchspielen:

Sollten zum Zeitpunkt der Abfahrt in den Kapverden deutliche Abweichungen zur üblichen Passat-Konstellation erkennbar sein, so könnten wir die Abfahrt hinauszögern.

Sollten wir unterwegs von einem sich bildenden Hurrikan überholt werden, so würden wir diesen zwei bis drei Tage im Voraus erkennen, und könnten nach Süden ausweichen.

Sollten wir sehr weit ausweichen müssen, so könnten wir Surinam oder Französisch Guyana auf dem südamerikanischen Festland anlaufen. Letzteres ist ein EU-Gebiet.

 

C) Zustand der beschädigten Inseln zum Zeitpunkt unseres Besuches

Die dortigen Völker und Vegetationen sind sich an ‘normal starke Stürme’ und das Beseitigen deren Schäden gewöhnt. Weil fast die gesamte Wirtschaft vom Tourismus abhängt ist man sehr bemüht, die Inseln bis zum Beginn der Reisesaison wieder ‘geniessbar’ zu machen. Einige der wüst getroffenen Inseln sind EU-Gebiet. Diese Inseln haben bereits weitreichende Hilfen erhalten. Einige der stark beschädigten Inseln werden wohl wieder einigermassen funktionieren, bis wir ankommen. Wie es um die zerfetzten Palmen steht, werden wir dann sehen.

 

D) Allfällige Alternativrouten

Tatsächlich wird es wohl so kommen, dass wir gewisse Ziele nicht werden besuchen können. Anhand einer selbstgebastelten Karte wollten wir verstehen, wie viele der bisherigen Ziele möglicherweise ausfallen müssen, und wie sinnvolle Ersatzziele heissen könnten. Dabei war zu berücksichtigen, welche Routen zu den jeweiligen Jahreszeiten bzw Windrichtungen überhaupt gesegelt werden können. Zum Beispiel wäre es sehr mühsam, jetzt gegen den Wind ins Mittelmeer segeln zu wollen.

Mehr als ein Duzend Reisevarianten standen plötzlich zur Disposition. Die kürzeste Extremvariante war, den Winter in den Kanaren zu verbringen, um im Frühling über die Azoren nach Kontinental-Europa zurückzukehren. Dabei hätten wir von der Karibik abgelassen. Die längste Extremvariante war, nach einem Kurzbesuch im Süden der Karibik in Richtung Panamakanal weiterzusegeln, um schliesslich die Nordamerikanische Westküste zu erkunden. Wir hätten das Schiff dabei im Sommer 2018 in San Francisco, Seattle oder Vancouver verkauft. Zu diesen und anderen Varianten gibt die Karte im Titelbild Aufschluss. Natürlich ist das eine Momentaufnahme, welche sich – hoffentlich zum Besseren – ändern wird.

 

Zusammenfassung

Wir sind überzeugt, dass wir den Atlantik zur Passatwindzeit werden sicher überqueren können. Sodann werden wir länger als geplant auf Barbados, Grenada und Sanct Vincent and the Grenadines bleiben. Bis wir zu den nördlichen Inseln vorstossen, sollte ein Teil der Schäden behoben sein.

Einige Inseln wie Dominica oder Barbuda werden wir wohl nicht besuchen. Vielleicht werden wir sogar die Jungferninseln nicht anlaufen. In diesem Falle kann unsere Rückfahrt auch ab Antigua direkt auf die Azoren erfolgen. Den ‘Umweg’ über die Bermudas würden wir uns dabei sparen.

Die beiden Stürme haben uns geholfen, unsere karibischen Reisepläne weiter zu konkretisieren. Ein Verzicht auf unser karibisches Abenteuer und die zweimalige Atlantiküberquerung scheint zum aktuellen Zeitpunkt nicht angebracht zu sein. Diese Einschätzung werden wir zu gegebener Zeit natürlich wieder überprüfen. Wir halten uns alle Option offen und werden jedenfalls kein Wagnis eingehen wollen.

Weiter Richtung Süden

Während in der NZZ diskutiert wird, welche Weine am besten zu Wildgerichten passen, geniessen wird die sommerlichen Temperaturen auf Madeira – Tag für Tag, Tag und Nacht.

Dass Madeira ‘die Blumeninsel’ genannt wird, ist uns nicht neu. Was hingegen im Oktober noch alles blüht, hat uns überrascht. Schon bei unserem ersten Spaziergang vom Hafen weg gehen wir durch schöne Parkanlagen und finden blühende Hibisken, Sterlizien und Frangipani. Letztere haben für uns eine besondere Bedeutung: Während unserer Flitterwochen auf den Seychellen wurde unser Häuschen dort täglich mit frischen Frangipani-Blüten verschönert. Wir haben die Frangipanis lieb gewonnen, und wir haben nun seit vielen Jahren das erste mal wieder Frangipanis zu Gesicht bekommen.

Besonders schön ist auch, dass wir mittlerweile den regen Kontakt mit anderen Booten pflegen. Fast alle Schiffe, die in dieser Jahreszeit hier unterwegs sind, sind Fahrtensegler, wie wir. Fast alle wollen über den Atlantik. Die TRITON’s, KISU’s und andere Schiffe haben wir schon am Festland kennengelernt. Man sieht sich immer wieder, und einige Crews sind uns schon richtig ans Herz gewachsen.

Glücklicherweise sind auch Boote mit Kindern unterwegs. Schon manchen Nachmittag oder Abend haben wir mit anderen Familien verbracht. Unsere Kids haben mit denjenigen der französischen Yacht SHAMROCK Sammelkarten aus dem Supermarkt getauscht. Die fünf Kinder von TINTOMARA und YUANA haben zusammen Zahlenspiele auf English gemacht. Als sie sich schliesslich gegenseitig das Zählen auf norwegisch und deutsch beibringen wollten, sind sie fast umgefallen vor Lachen.

Wenn sich eine Crew aus einem Hafen verabschiedet, so freut man sich stets auf das nächste Wiedersehen. Wenn es sich dabei um ein Kinderboot handelt, dann schwebt plötzlich Melancholie über dem Hafen, und wir wollen dann manchmal auch schon wieder weiter.

Auf dem Weg vom benachbarten Porto Santo nach Madeira haben wir endlich unseren ersten Fisch mit Schleppleine gefangen. Unser Köder war diesmal ein blau-silberner Gummi-Tintenfisch. Gefangen haben wir einen roten Thunfisch von etwa 65 cm Länge. Fische zu zerlegen gehört für unseren Sohn zum interessantesten, was das Seglerleben zu bieten hat. Jede noch so kleine Flosse will untersucht und verstanden sein. Unter anderem haben wir während den Untersuchungen auch gemeinsam beschlossen, dass ein Fisch die Blutgruppe F hat. Die grosse Schwanzflosse mussten wir gar bis zum nächsten Tag aufbewahren, um sie erneut untersuchen zu können. Zunächst jedoch wurde der Thun filetiert, in Streifen geschnitten, etwas gesalzen, mit Zitronensaft beträufelt, und schliesslich beidseitig 10-15 Sekunden in der heissen Pfanne angebraten. Zusammen mit Reis hat der Fisch so einen feines Abendessen für uns vier abgegeben.

Ein anderes aktuelles Thema bei uns an Bord sind die Verwüstungen einiger Karibikinseln durch Irma und Maria. Ob wir Dominica, Barbuda oder die British Virgin Islands werden besuchen können wissen wir heute nicht. Diese und weitere beschädigte Inseln standen auf unserer Reiseliste. Als Alternative haben wir Segelrouten nach Puerto Rico, zu den Turks & Caicosinseln sowie in die Bahamas studiert. Dann wurde auch Puerto Rico zerstört. Mittlerweile haben wir wahrscheinlich einen Weg gefunden, wie wir mit dieser Situation umgehen wollen. Wir werden demnächst separat darüber schreiben.

Nun erkunden und geniessen wir erst mal Madeira. Manuela hat den Reiseführer mittlerweile intus, und auch die Touri-Info besucht. Sie weiss nun, welche Sehenswürdigkeiten wir am besten zu Fuss, mit ÖV oder mit einem Mietwagen besuchen können. Einiges können wir als Exkursion mit der Bordschule verbinden, anderes machen wir an Nachmittagen oder am nächsten Wochenende. Wir bleiben noch eine Woche an diesem schönen Ort. Danach geht es weiter, weiter südlich, in die Kanaren.