Dominica

Dominica was the first country on our trip which was badly hit by hurrican Maria in September 2017. The damages were gigantic. After this happened we though that it might be better to bypass Dominica. On recommendation of other sailors, we stopped in Dominica and as so often on our trip so far, we stayed longer than expected.

The island raises steep and unprotected out of the open ocean. Nothing would withstand who monster storm crashing against that steep land there. Already when approaching Dominica from the sea some brownish-grey forests indicated that something was wrong. The leaves of the trees must have been either torn off by the wind or destroyed by the salty sea water sprayed over the place.

From our anchorage point in Portsmouth’ Prince Rupert Bay it was clearly visible that many houses got their roofs repaired already or at least covered with sturdy plastic foil, some from USaid, as we saw later. The place looked quite dark at night because electric grid was still down,
apart from the main streets.

Stepping ashore unveiled that a considerable part of disaster recovery was completed. What was worthwhile to safe for the future was put more or less in shape. Many wooden houses simply collapsed with nothing left for tomorrow. Aid organizations such as the UNICEF or World Food Programme still had their tents there. This was when I learned about the value of such field aid organizations.

One property had a huge cargo container in the garden, washed in by the flood, with the owner being left unable to remove it. One former restaurant had just its concrete basement left, with a concrete stair, the menu card painted on the wall. A huge pile of rotting wooden planks were in front. A sadly looking Shepard dog was sitting on the ruin, guarding the property of its vanished owner. On the street, almost every car came with its signs of the storm, anything from body damages to broken lights or windows.

Our river guide Anthony shared his own views: “A house is just a house. It’s not so expensive and can be replaced. Poor people build their house with light wood only. No insurance would cover it because too many wooden houses would just start to burn one night. If a concrete house had burned, then the damage is low because it just needs to be repainted and then it is as good as new. Hey man, we still have our lives!”

Masses of huge trees had fallen, same as the poles for the electric power cables or the telephone lines. The government of this 30 Miles long country with a population of 72’000 only is left with an almost endless list of capital intensive tasks.

On the radio we heard the prime minister saying that hurricanes such as Maria could be the new Normal, which might be realistic. They want to rebuild the country so that it can cope with such storms. On the prevention side, they started their program to become the first climate resilient country in the world. Clearly, this will only help if they manage to send a most remarkable signal effect into the world.

Visiting a country in distress was a pretty effective eye opener in many ways, not only for our children. Now let’s turn to the good sides. Handling of the storm damages gives a boost to some parts of the economy. On a more general side, the country is blessed the nicest people we have met throughout the Caribbean so far, and with its natural beauty.

Mentioned guide Anthony rowed us up the Indian River with its dense vegetation. He showed us where Jack Sparrow was studying a chart in the movie ‘Pirates of the Caribbean’. He explained us that the mangroves along the river shore cope with both salt and fresh water. He pointed out that in contrary to the coconuts, the bananas trees will take much longer to recover from the storm.

We took a hike up to Fort Shirley. It was built by the British in the 18th century and apparently did a great deal in defending Dominica against the French, which successfully took possession of Martinique in the South and Guadeloupe in the North.

Unfortunately and because of the earlier mentioned accident during horse back riding, we couldn’t do our trip to the famous Emerald Pools and waterfalls in the South of Dominica.

As almost everywhere in the West Indies and during this season, the locals complain about the unusually windy and wet season with lot of rain. The good side of the rain is that it supports the vegetation to grow very rapidly. And the rain does it’s job: The greens grow so quickly that the brown-grayish rain forest definitely looked greener when we departed, just one week after our arrival.

Ein perfekter Segeltag!

Bekanntlich sind wir segelnd unterwegs, und ich habe den Verdacht, kaum je über einen richtig schönen Segeltag geschrieben zu haben. Daher erzähle ich hier von unserer Fahrt von Martinique nach Dominica. Am letzten Samstag um 7:30 Uhr liessen wir Saint Pierre hinter uns. Nachmittags um 17 Uhr werfen wir in der Bucht von Portsmouth den Anker.

Zunächst eine kleine Info zum Seegebiet: Die kleinen Antillen bilden eine Barriere zwischen dem Atlantik und dem Karibischen Meer. Aus Nordosten weht beständig der Passat. Die Inseln behindern den freien Fluss des Windes. Deshalb pfeift es einem auf den Bergen und zwischen den Inseln gehörig um die Ohren. Je stärker der Wind bläst, desto höher werden die Wellen.

Vom Atlantik fliesst stets Wasser in das Karibische Meer. Es gleicht den Abfluss von warmem Wasser aus, welches der Golfstrom (der Norwegens Küste im Winter eisfrei hält) im Nordwesten dem Karibischen Meer entzieht. Wer von Süden nach Dominica segelt, der wird vom Atlantikwasser pro Stunde eine Meile nach Westen versetzt (Abdrift).

Samstags zu reisen ist immer gut, denn da müssen wir nicht darüber nachdenken, wir wir die Schulstunden zeitlich unterbringen. Wir verlassen Saint Pierre unter Maschine, weil in der Bucht kein Lüftchen geht. Zuvor haben wir noch das Gummiboot auf dem Vordeck festgezurrt und seinen Aussenbordmotor am Heckkorb von Yuana festgemacht.

Sobald wir aus dem Windschatten von Martinique heraus sind, gehen Wind und Welle hoch. Der Wind pendelt um 24 Knoten, in Böen 29 Knoten, und kommt aus 90 Grad steuerbord, also seitlich von rechts. Mit 60% gerefften Segeln läuft Yuana gerne und gut mit 7 Knoten flott voran. Die Wellen sind bis zu 3 Meter hoch und tragen weisse Schaumkronen.

Das Schiff geht im spitzen Winkel die Wellen hoch und hinten wieder herunter. Der Bug durchtrennt die Schaumkämme. Manche Wellen klatschen seitlich gegen den Rumpf. Es läuft viel Wasser über das Deck, und der Wind bläst kübelweise Gischt ins Vorsegel. Jetzt macht das Steuern von Hand am meisten Spass, und selbst im hohen Cockpit bekomme ich mein Salz ab.

Die seitlichen 3-Meter-Wellen führen mehrere Kubikmeter Wasser gegen das Schiff. Das sind einige Tonnen Wasser, die gegen den Rumpf prallen, und das gibt jeweils einen ordentlichen Rumms. Ist das man im Schiff, so sieht man diese Wellen nicht kommen. Man muss sich stets gut festhalten. Sonst kann es passieren, dass man quer durch das krängende Schiff fällt und irgendwo aufprallt. Im besseren Fall tut es nur weh, und im schlechteren Fall bricht ein Knochen. Letzteres ist uns zum Glück noch nicht passiert.

Stell dir vor, du stehst in der Türe zu deiner Küche und willst im gegenüberliegenden Küchenschrank etwas holen. Die ganze Küche steht 25 Grad schräg und wird gerade von einem starken Erdbeben durchgeschüttelt. Du gehst los und die Füsse rutschen dir auf dem schrägen Teppichboden weg. Irgendwie kommst du zum Schrank und kannst ihn sogar öffnen. Schon fliegen dir 12 Teller und eine Tüte Mehl entgegen. So geht das bei uns manchmal zu, und dann schmeckt es immer ein bisschen nach Abenteuer.

Wie immer wenn Wasser über das Deck geht prüfen wir, ob alle Luken dicht sind, und kein Wasser eindringt. Wasser könnte zum Beispiel durch ein offenes Seitenfenstern, durch eine Decksluke oder auch durch das WC eintreten. Manuela geht runter, und kommt auch nach einer Weile nicht zurück. Ich rufe nach ihr, und höre im Wind stehend keine Antwort.

Ich schalte den Autopilot ein, vergewissere mich, dass beide Kinder angebunden sind, und gehe hinunter. Manuela liegt in auf der Vorkoje und versucht, durch die Ventilationsöffnung einströmendes Wasser aufzufangen. Ein fröhliches Gesicht sieht definitiv anders aus. Der Verschlussmechanismus funktioniert nicht mehr. Ich gehe hoch und ändere zunächst den Kurs, damit nicht mehr so viel Wasser über Deck geht. Danach bringe ich ihr Schnur, und sie bekommt den Verschluss in den Griff.

Vorne im Schiff schüttelt es ziemlich stark und ich bin erstaunt, dass es Manuela noch nicht übel ist. Als ich zurück ins Cockpit komme, ist es dafür den Kindern übel. Das ist ziemlich ungewöhnlich, weil die ertragen recht viel. Wahrscheinlich waren wir zu lange in ruhigen Buchten. Wir spielen Stadt-Land-Fluss und singen lustige Lieder, und schon bald fühlen sich alle wieder gut.

Am Ruder steht es sich gut. Die Kämme der grösseren Wellen kommen etwa auf Augenhöhe daher. Wenn man seitlich in die ankommenden Wellen schaut, so sieht man zuweilen, wie das Sonnenlicht den Wellenkopf für einen ganz kurzen Moment smaragdgrün aufleuchten lässt – Magic!

Nach drei Stunden werden die Wellen etwas geringer. Die Fahrt wird sogar noch etwas rascher, weil die kleineren Wellen – nimmt man sie nicht optimal – das Schiff weniger stark abbremsen. Wir geniessen das sonnig windige Wetter und sehen den fliegenden Fischen nach.

Im Windschatten von Dominica reffen wir beide Segel wieder aus, und fahren gemütlich dahin. Am Anfang unserer Reise hätten wir lieber eine Woche im Hafen abgewartet, als in dieses Wasser hinauszufahren. Heute haben wir viel weniger Sorge vor Starkwind. Die kräftige See bereitet uns zusehends mehr Spass, was für eine Freude! Es ist wie im Geschäft auch: man wächst mit der Zeit in seine Aufgabe hinein.

Am späten Nachmittag und kurz vor dem Einbiegen in die Bucht von Portsmouth sieht die Tochter plötzlich einen grossen Marlin aus dem Wasser springen. Alle schauen hinaus, und schon sehen wir ein gutes Duzend Delfine neben uns, springend und platschend. Es sind die ersten seit Barbados. Was für ein schöner Abschluss für einen der besten Segeltage* bisher!

*) gemäss Skipper

Martinique, das Land des Regenbogens

Oh wie schön, plötzlich in Frankreich zu sein! Auf unserer Fahrt von Holland nach Spanien schafften wir es gleich zwei mal, einen Bogen um die französischen Küsten zu machen. Dank seiner Überseegebiete aus Kolonialzeiten (wir werden demnächst auch noch in Guadeloupe und Saint Martin besuchen) kommen wir nun endlich zu französischen Genüssen.

Wir erfahren den Begriff der Grande Nation im geographischen Sinne. Frankreich ist u.a. auch in Südamerika (Französisch Guyana) und im Südpazifik (Französisch Polynesien) zuhause. Hier sei angefügt, dass die Englische Sprache selbst heute in französischen Schulen noch stiefmütterlich behandelt wird. Schliesslich soll die Welt französisch sprechen!

Das funktioniert sogar! Mit Elan packte ich meine 25 Jahre angestaubten Französisch-Brocken aus. Es gelang anfangs mehr schlecht als recht. Die Bäckerin musste „Vous ête une poche?“ anstatt „Vous avez une poche?“ über sich ergehen lassen. Jaja, euch zu Hause stehen jetzt die Haare zu Berge. Aber ich kann versichern, dass die Lernkurve steil verläuft.

Die Kombination von Frankreich und Karibik ist einfach toll. Seit unserer Abfahrt in den Kanaren waren wir in Entwicklungsländern. Diese haben teils keine eigentliche Lebensmittelindustrie (zB CV, SVG). Die Auswahl in den Läden war klein. Die Verteilkanäle sind schmal und teuer. Dies erklärt, weshalb ein französischer Hyper-U Markt plötzlich als Paradies erlebt wird.

Wir verwöhnten uns mit frischem Rinds-Carpaccio, Wein und allerlei Käse. Croissants und Pain au Chocolate schmecken in den schönsten Ankerbuchten noch besser! Endlich konnten wir grüne Pestosauce kaufen, und beim Raclette haben wir natürlich auch zugegriffen. Das Schiff ist nun bis unter das Deck mit haltbaren Produkten aufgefüllt.

Mehrmals täglich zogen bei sonnigem Wetter kleine Regenzellen durch. Diese zaubern die verschiedensten Regenbögen an den Himmel. Innert zwei Wochen haben wir Duzende davon gesehen. Einer der Regenbögen (Franz: arc de ciel) war ganz klein: Beide Enden waren buchstäblich greifbar nahe, nur wenige Meter von unserem Schiff entfernt.

Wir besuchten das Museum, welches die Zerstörung von St. Pierre im Jahre 1902 zeigt. Der Vulkan zerstörte innert Sekunden dieses Paris-der-Karibik genannte Städtchen, und forderte fast 30’000 Menschenleben. Anzeichen der Gefahr gab es genügend. Der Erdkundelehrer schätzte jedoch die Gefahr falsch ein, und der Bürgermeister verbot wegen anstehender Wählen die Evakuierung.

Zurück zu den schönen Dingen: Wir genossen den Regenwald im Norden von Martinique (siehe Bild), die Rum-Destillerie Depaz, das Canyoning in der Gorge de la Falaise, und nicht zuletzt das abendliche Geläute der Kirchenglocken von Saint Anne, das erste Glockengeläute seit Spanien.

Martinique, du bist grandios. Frankreich, zum Glück hast du noch mehr Inseln in der Karibik!

Atlantiküberquerung Tage 7 & 8: Bergfest!

Es ist der 1. Dezember. Gestern war ergo der letzte Tag eines Monats und das heisst für uns, dass wir den Rest unserer monatlichen Satellitentelefon-Minuten aufbrauchen. So haben wir fast zwei Stunden mit Familie, Freunden und Schulfreunden in der Schweiz und in Schweden telefoniert.

Stellt euch vor, in der Schweiz war es abends schon dunkel und auch kalt, in Schweden sowieso. Von Schnee und Weihnachtsmärkten haben sie erzählt!

Weil wir seit dem Juli fast täglich die Sonnencreme in Händen haben (ausser in England natürlich), liegt uns das dezemberliche Nordeuropawetter ziemlich fern. Allerdings muss ich gestehen, dass ich bereits im Oktober in einem Aldi auf Lanzarote Eliesenlebkuchen gekauft hatte. Für den Christstollen hingegen schien es mir damals doch noch etwas zu früh zu sein.

Ja, wir sind gerade ziemlich mittendrin und mittendurch den Atlantik. Kleine Feiern sind willkommene Abwechslung im Seealltag. Zum Glück gibt es viel zu feiern. Mit dem 7. Reisetag seit den Kapverden ist logischerweise die erste Woche voll. Für die Kinder hat sich diese Zeit angeblich wie zwei oder drei Tage angefühlt. Für die Erwachsenen waren es immerhin fünf gefühlte Reisetage. Das ist doch ein gutes Zeichen! Wir verdanken dies der spassigen Crew, den leichten Wetterbedingungen und nicht zuletzt unserer komfortablen Lady Yuana!

Der achte Tag bringt nun das Bergfest! In beide Richtungen sind wir runde 1900 Kilometer vom Land entfernt. Das ist doch mal etwas Ungewöhnliches. Der geographisch nächstmögliche Landfall wäre in Französisch Guyana, dort wo die Franzosen ihren Weltraumbahnhof haben, EU-Gebiet also, no Problems.

Französisch Guyana oder auch die frühere holländische Kolonie Surinam sind für uns Ausweichziele, sollten wir aus irgendwelchen Gründen dringlich An Land gehen müssen. Im Moment gibt es allerdings keinen Grund, nicht direkt nach Barbados zu fahren. Alle sind fit, die Wetteraussichten sind nahezu perfekt, und alle Systeme an Bord funktionieren einwandfrei. Wir können also munter in die zweite Hälfte unserer ersten Atlantiküberquerung ziehen.

Normalerweise sind wir während den Passagen ein dry boat, wie die Engländer zu sagen pflegten, welche wir letzte Nacht abgehängt haben. Das heisst, dass wir unterwegs keinen Alkohol konsumieren.
Dies ist eine reine Vorsichtsmassnahme. Sollte sich ein Unglücksfall ereignen, so ist man im Kopf stets auf der Höhe, um sofort den notwendigen Extra-Effort leisten zu können. Mit etwas schwedischem Charme hat sich diese Regel nun kurzzeitig aussetzen lassen, und so gibt es zum Bergfest ein Glas Champagner. Kulinarisch gehen wir mit einem Avocadobrötchen, einer Schale Reis-Linsen-Mais-Gurken-Karotten-Salat durch den Tag, und Abends stehen frische Ravioli auf dem Menü;-).

Dass wir nun die halbe Distanz hinter uns haben heisst nicht, dass die zweite Hälfte der Reise nochmals acht Tage dauern wird. Erstens haben wir nun viel bessere Winde als am Anfang, und zweitens müssen wir wahrscheinlich keine windbedingten Umwege mehr in Kauf nehmen. Karibik, wir kommen!

Etmal Tag 8: 145 Seemeilen
Etmal Tag 7: 125 Seemeilen

Atlantiküberquerung Tage 3&4: Immer noch flau.

Vom Passatwind ist nach wie vor nichts in Sicht. Schon seit vier Tagen läuft der Motor fast ununterbrochen. Mit niedertourig gehaltenem Motor und aufgezogenen Segeln kommen wir auf etwa 5 Knoten Fahrt. Die einzigen Stopps sind eine kurze Windstunde und zwei Badepausen im offenen Meer. Über Funk hören wir von den anderen Schiffen, was für Riesenfische diese schon gefangen oder gesichtet haben. Eine Crew ist sich sicher, dass sie Haie gesehen haben. Wir baden mittags wenn die meisten Fische nicht fressen, und lassen die Kinder nicht alleine ins Wasser. Wäre ein einzelnes Kind im Wasser für den Hai nicht ein einfacheres Ziel als eine Gruppe von Personen? Ebenso schwimmen wir nicht von Yuana weg.

Diesel ist Trumpf: wer mehr hat kann länger, und unser Schiff hat zwei sehr grosse Tanks. Das hilft uns gut, durch diese hartnäckige Flaute zu kommen. Die Wogen sind unglaublich lang. Von Wellen kann man hier nicht mehr sprechen. Es sing buchstäblich wandernde Wasserhügel, welche über das weite Meer reisen. Je nach Windhauch und Himmelsreflektionen hat jeder dieser Wasserberge einen anderen Blauton. Wir nehmen an, dass sich die fliegenden Fische erst wieder zeigen, wenn es wieder Wellen mit einem etwas steileren Winkel haben. Erstaunt sind wir über die vielen Vögel hier draussen. Teilweise sieht man mehrere Vögel pro Stunde. Meist fliegen sie dicht über dem Wasser. Wahrscheinlich fressen sie kleine Mücken.

Am Abend des dritten Tages beissen plötzlich wieder Goldmakrelen an. Die erste ist zu klein. Die zweite und dritte sind 45cm und 60cm lang und geben zusammen ein feines Abendessen ab. Einen grösseren Fisch verlieren wir leider wieder von der Angel. Unsere Tochter muss weinen, weil wir die Fische töten. Abends beschliessen wir gemeinsam, dass wir ab sofort nur noch jeden zweiten Tag Fischen werden. Das passt nun für alle.

Mittags erhalten wir jeweils per E-Mail die Positionen der anderen Schiffe. Vorläufig scheint es, als hätten wir uns eine gute Routenstrategie zurechtgelegt. Die Schiffe, welche anfänglich weit südlich den Wind gesucht haben, liegen mehrheitlich hinter uns. Sie haben in Hoffnung auf bessere Winde teilweise beträchtliche Umwege in Kauf genommen. Es wird sich weisen müssen, ob das lohnt. Wir selbst wollen segelnd eine Reisegeschwindigkeit von 6-7 Knoten erreichen, und brauchen daher gar nicht in den besten Windgürtel hinunterzufahren. Abends laden wir jeweils die neuesten Windprognosen herunter und studieren, ob unsere Strategie zukunftsfähig ist. Gespannt warten wir auf die nächsten Positionsdaten. Unseren aktuellen Kursverlauf kann man auf dem Link zu CornellSailing sehen, welcher auf der Homepage unter dem Menupunkt We abgelegt ist.

Die Nächte sind dunkel. Der Neumond bringt kaum Licht in die Nacht.
Etwa um Mitternacht verschwindet die dunkelgelbe Sichel dort, wo einige Stunden zuvor die Sonne untergegangen war. Orion steht wie immer. Sternschnuppen flirren durch die Sommernacht.

Etmal Tag 4: 125 Seemeilen
Etmal Tag 3: 127 Seemeilen

Atlantic Ocean Crossing Days 1&2

The first two days are over and we are still waiting for wind. There was some wind around the Cape Verde Islands, and later occasionally every here and there. We reached 7 knots of boat speed during last night. This is generally not overwhelming but still counts for progress if otherwise the engine is consuming limited diesel.

Diesel was really cheap in the Cape Verdes, costing something like 0.90 Euros per liter. We stocked 415 liters. That would keep us going for another 4.5 days in same conditions. But hey, we are here for sailing. Usually there should be plenty of trade winds in our latitude this time of the year, but a big storm system which passed far north of us has stopped every wind where we are. Yes, this might also be part of the climate change which very experienced sailors such as Jimmy Cornell have noticed during the last decade already. Luckily, our Hallberg-Rassy came with two big tanks and so we can carry more fuel than many others in our fleet.

Our fleet is 23 boats and most of the have left Mindelo on Thursday within two hours. The field stretched quite rapidly. Some went for the shortest way towards Barbados hoping that winds would pick up after two days. Others intended to go two hundred miles South first to get into stable trades. After doing our own weather considerations we opted for the Swiss way which is to choose a strategy which was finally in between the ‘extreme’ positions.

By doing so, we saw the lights of ten other yachts in the beginning of the first night, with three lights remaining at the end of same night. Now when being two days into the crossing, we have also lost the last boat which was so far displayed on our electronic plotter screen.

Unfortunately we deviated from our routing strategy already on the first evening. We were then convinced that the extra miles for going Southwest would not be worth the diesel we consume. 24 hours later and with the newest weather data available we re-adjusted our course from 270 to 240 degrees, since wind seems not to pick up here for the next three days.

Anyway, the distance to destination was 2030 nm when we started. Since then, we have seen 2000, 1900, 1800 nautical miles going by. Guess what? The common feeling is that these miles go down too quickly. Let’s see what we will say next week.

The crew works very well together and we have had two lovely days. The calm weather even allowed to stop the boat once for one hour to go swimming and cooling down around the boat, followed by much appreciated shower. Air temperature is 30.4 degrees as water is 28.1 degrees.

Even fish get lazy with the calm and warm sea. Fishing success so far is limited to three small Mahi-Mahi’s, approximately 40 cm long. We made photos of each one to be documented for the fishing contest amongst the fleet, but let the fish go because each one was were not really big enough to give a good meal. So we started to create our own lures which look now bigger than the original ones, hoping that bigger fish would bite.

Jeanette and Joachim furled our genoa out again minutes ago. The 3.8 knots of true wind would give us another 0.5 knot of boat speed, now being back to 5 knots boat speed over ground. With this configuration we will continue motoring and look forward for finally reaching the trades on Sunday afternoon.

Nautical miles during the crossing:
Day 2: 125nm
Day 1: 115nm

Karibische Reisepläne nach dem Sturm

Im September 2017 trafen die gewaltigen tropischen Wirbelstürme Irma und Maria auf die Kleinen Antillen. Sie hinterliessen teils überaus verwüstete Inseln, viel zu viel Not und Leiden lokaler Bevölkerungen, und verunsicherte Crews auf vielen Fahrtenyachten. Ein signifikanter Teil der Inseln auf unserer karibischen Reiseroute von Barbados über Grenada in die Britischen Jungferninseln war und ist davon betroffen.

Auch wenn für uns der Weg das Ziel ist, so wollen wir primär in die Karibik, und nicht primär über den Atlantik. Daher stellte sich für uns die ernsthafte Frage, wie viel Sinn die weite Reise über den Atlantik macht. Also versuchten wir anhand einer dünnen Faktenlage, uns eine Übersicht zu verschaffen. Hier ist unsere laienhafte Auslegeordnung in vier Teilen:

 

A) Verlängerung der Sturmsaison?

Die Sturmsaison in der Karibik dauert normalerweise von Juni bis November. Die Stürme bilden sich in den Kapverden, und ziehen dann über den Atlantik. Meist drehen sie nach Norden ab, bevor sie auf die Kleinen Antillen treffen, und lösen sich auf. Sehr starke Stürme bilden sich, wenn das Meerwasser besonders warm ist. Sie laufen länger und treffen eher auf Land. Wenn im Herbst die Sonne weiter südlich steht, nimmt die Wassertemperatur ab, und das Risiko grosser Wirbelstürme sinkt stark ab.

Im letzten Jahrzehnt lag die Anzahl sehr starker Stürme in der Karibik deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Häufung im Jahre 2017 geht auf eine aktuell hohe Meerwassertemperatur zurück. Man muss kein Wetterfrosch sein um zu verstehen, dass die Meerwasserabkühlung länger dauert, wenn das Wasser wärmer ist. Ergo versteht der Laie, dass sich die Sturmsaison etwas über November hinausziehen könnte.

 

B) Etwaige Auswirkung auf unsere Atlantiküberquerung

Seit jeher planen wir, über die Kapverden in die Karibik zu segeln. Man kommt so schneller in den Passat-Windgürtel und verkürzt die eigentliche Atlantiküberquerung von drei auf zwei Wochen. Damit verringern sich die Unwägbarkeiten über das Wetter. Unsere Ankunft auf Barbados erfolgt normalerweise um den 5.-8. Dezember. Barbados liegt am unteren Ende der Hurrikan-Zugbahn. Wir haben keine Anhaltspunkte gefunden, wonach es so spät im Jahr auf Barbados einen tropischen Wirbelsturm gegeben hätte. Trotzdem wollen wir uns gedanklich einige Eventualitäten durchspielen:

Sollten zum Zeitpunkt der Abfahrt in den Kapverden deutliche Abweichungen zur üblichen Passat-Konstellation erkennbar sein, so könnten wir die Abfahrt hinauszögern.

Sollten wir unterwegs von einem sich bildenden Hurrikan überholt werden, so würden wir diesen zwei bis drei Tage im Voraus erkennen, und könnten nach Süden ausweichen.

Sollten wir sehr weit ausweichen müssen, so könnten wir Surinam oder Französisch Guyana auf dem südamerikanischen Festland anlaufen. Letzteres ist ein EU-Gebiet.

 

C) Zustand der beschädigten Inseln zum Zeitpunkt unseres Besuches

Die dortigen Völker und Vegetationen sind sich an ‘normal starke Stürme’ und das Beseitigen deren Schäden gewöhnt. Weil fast die gesamte Wirtschaft vom Tourismus abhängt ist man sehr bemüht, die Inseln bis zum Beginn der Reisesaison wieder ‘geniessbar’ zu machen. Einige der wüst getroffenen Inseln sind EU-Gebiet. Diese Inseln haben bereits weitreichende Hilfen erhalten. Einige der stark beschädigten Inseln werden wohl wieder einigermassen funktionieren, bis wir ankommen. Wie es um die zerfetzten Palmen steht, werden wir dann sehen.

 

D) Allfällige Alternativrouten

Tatsächlich wird es wohl so kommen, dass wir gewisse Ziele nicht werden besuchen können. Anhand einer selbstgebastelten Karte wollten wir verstehen, wie viele der bisherigen Ziele möglicherweise ausfallen müssen, und wie sinnvolle Ersatzziele heissen könnten. Dabei war zu berücksichtigen, welche Routen zu den jeweiligen Jahreszeiten bzw Windrichtungen überhaupt gesegelt werden können. Zum Beispiel wäre es sehr mühsam, jetzt gegen den Wind ins Mittelmeer segeln zu wollen.

Mehr als ein Duzend Reisevarianten standen plötzlich zur Disposition. Die kürzeste Extremvariante war, den Winter in den Kanaren zu verbringen, um im Frühling über die Azoren nach Kontinental-Europa zurückzukehren. Dabei hätten wir von der Karibik abgelassen. Die längste Extremvariante war, nach einem Kurzbesuch im Süden der Karibik in Richtung Panamakanal weiterzusegeln, um schliesslich die Nordamerikanische Westküste zu erkunden. Wir hätten das Schiff dabei im Sommer 2018 in San Francisco, Seattle oder Vancouver verkauft. Zu diesen und anderen Varianten gibt die Karte im Titelbild Aufschluss. Natürlich ist das eine Momentaufnahme, welche sich – hoffentlich zum Besseren – ändern wird.

 

Zusammenfassung

Wir sind überzeugt, dass wir den Atlantik zur Passatwindzeit werden sicher überqueren können. Sodann werden wir länger als geplant auf Barbados, Grenada und Sanct Vincent and the Grenadines bleiben. Bis wir zu den nördlichen Inseln vorstossen, sollte ein Teil der Schäden behoben sein.

Einige Inseln wie Dominica oder Barbuda werden wir wohl nicht besuchen. Vielleicht werden wir sogar die Jungferninseln nicht anlaufen. In diesem Falle kann unsere Rückfahrt auch ab Antigua direkt auf die Azoren erfolgen. Den ‘Umweg’ über die Bermudas würden wir uns dabei sparen.

Die beiden Stürme haben uns geholfen, unsere karibischen Reisepläne weiter zu konkretisieren. Ein Verzicht auf unser karibisches Abenteuer und die zweimalige Atlantiküberquerung scheint zum aktuellen Zeitpunkt nicht angebracht zu sein. Diese Einschätzung werden wir zu gegebener Zeit natürlich wieder überprüfen. Wir halten uns alle Option offen und werden jedenfalls kein Wagnis eingehen wollen.