Lissabon to Madeira – Tag 3

Afrika ist schön, denn man kann jetzt auch nachts mit Shorts und ohne Socken draussen sitzen, ohne zu frieren! Auch das Meerwasser kommt mit 22 Grad langsam auf eine angenehme Temperatur.

Überraschenderweise haben wir plötzlich zwei zusätzliche Passagiere an Bord:

Gemeinsam schwirren ein kleiner Vogel und ein grosser Falter um unser Schiff, mehr als 300km vom nächsten Land weg?! Der Falter sieht im Flug wie ein Kolibri aus. Beide machen eine Weile Rast bei uns, der Falter verkriecht sich gar in der Schweizerflagge an unserem Heck.

Unterwegs ist kaum Verkehr. Lediglich spätabends am dritten Tag sind plötzlich drei andere Segler um ums, wohl alle mit demselben Ziel. Zwei davon haben keinen Transponder (sendet automatisch Positionsdaten etc.). Wir erkennen diese lediglich an ihren Lichtern. Man darf sich also nicht zu fest auf die elektronischen Helfer verlassen, sonst verpasst man vielleicht etwas wichtiges. Das bedeutet auch, dass stets jemand im Cockpit auf Nachtwache sein muss. Wir wechseln uns so ab, wie es gerade passt.

Ausserdem begegnen wir dem Kreuzfahrtschiff ‘Monarch’. Es ist mit 15 Knoten auf dem Weg nach Funchal. Einige Frachtschiffe und Tanker geben als Zielorte beispielsweise USA, Kolumbien, Gibraltar oder Spanien an. Sie fahren mit 10-15 Knoten meist langsamer als sie könnten. Das hängt mit der grossen Überkapazität von Seeschiffen zusammen. Diese sollen nicht unbedingt möglichst schnell am Ziel sein, sondern möglichst wenig kosten. Dazu gehört auch, dass der Treibstoffverbrauch optimiert wird.

Der dritte Tag ist schwachwindig. Unsere Maschine läuft fast den ganzen Tag. Mittwochs um 1550 haben wir ein Etmal von 148 nautischen Meilen.

+ + +

Mittwochnachmittags – der vierte Reisetag fängt gerade an – da tauchen zunächst Madeira und dann das vorgelagerte kleinere Porto Santo auf. Bis Sonnenuntergang werden wir irgendwo den Anker werfen. Seit Lissabon haben wir 495 nautische Meilen auf See zurück gelegt (etwa 920 Kilometer).

Ein Segelschiff ist bekanntlich ein eher langsames Fahrzeug. Trotzdem kommt man damit in überschaubarer Zeit weit, weil man rund um die Uhr unterwegs ist. Das Schiff wird dabei praktisch immer vom Autopilot gesteuert.

So, nun freuen wir uns über die gelungene Überfahrt, und auf Porto Santo und Madeira!

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