Jetzt kommts richtig übel

Eigentlich wollten die Jungs mit dem Beiboot Dorie für eine kreative Mathestunde an Land übersetzen. Der Plan war, eine kleine Wanderung zu machen, schöne Fotos zu schiessen, und spielerisch das Einmaleins zu vertiefen.

Papa’s Schritt von Yuana zu Dorie erweist sich jedoch als fatal. Irgendwie haut Dorie ab, und Markus landet im Wasser. Das wäre kein Problem, hätte ich Handy und die neue Fotokamera wie sonst immer in den wasserdichten Beutel gepackt hätte. Um es kurz zu machen: Die neue Kamera zuckt noch einige Sekunden, das iPhone ist sofort tot.

Das Schlimmste ist, dass Markus in den frühen Morgenstunden auf dem Handy noch zwei Artikel für den Blog geschrieben hat. Diese sind nun im Salzwasser ersäuft worden. Weil es hier in der Bucht kein Mobilfunk gibt, wurden von den neuesten Daten noch keine Sicherung erstellt.

Was ich mir zuvor nicht vorstellen konnte ist, wie sehr der Verlust des iPhones schmerzt. Brutal erkenne den nächsten Schritt der Evolution: du brauchst ein iPhone dringlicher als ein schönes Auto. Du nimmst dafür sogar in Kauf, kurzsichtig zu werden. Die meisten werden nun wohl entweder lachen oder den Kopf schütteln. Bitte bedenke:

Ich kann nun
– Nicht mehr aufschreiben, sobald mir eine coole Idee für den Blog kommt
– Keine Schnappschüsse mehr machen
– Nicht mehr mit Familie und Freunden e-mailen
– Nicht sehen, wo sich unsere befreundeten Schiffe befinden
– Unsere Seglerfreunde nicht über WhatsApp kontaktieren
– Nicht mehr auf unsere Satellitenanlage zugreifen
– Keine Wetterberichte einholen
– Kein Auto mieten und keine Strassenkarten nutzen
– Kein Wikipedia-offline nutzen
– Keine Bankzahlungen tätigen
– Weder NZZ noch Bluewin lesen
– Telefonieren geht nicht, und Musik hören auch nicht
– Der Taschenrechner ist weg, die Uhr und die Taschenlampe sowieso
– Nicht nachschauen, wann unsere Crew aus Schweden eintrifft

Caramba! Versteht ihr jetzt die Dimension des Problems? Wir müssen sofort aus der schönen Bucht mit schwarzem Sand raus und nach Santa Cruz de Tenerife hinunter, damit ich mit ein neues iPhone beschaffen kann. Mal sehen, wie wir das abbuchen werden. Für Dummheit hatten wir bisher nämlich keinen Budgetposten vorgesehen.

Das Schulreisli in die Kaktusberge hat natürlich trotzdem stattgefunden. Zum Glück war der Sohn dabei, denn so konnte mir jemand den Stachel aus der Zunge ziehen, nachdem ich die Kaktusfrucht probiert hatte. Alleine hätte ich das ohne Selfie-Modus nie geschafft.

 

PS.: Auf dem Weg nach Santa Cruz telefonierte ich mit dem Sorgentelefon von Apple. Die sagten mir, dass ich nach dem Wochenende in Santa Cruz ein neues iPhone zum Preis von 351 Euro abholen könne, 50% des Ladenpreises. Das wäre ein hervorragender Service. Wir werden sehen, ob das auch klappt.

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