Azoren: Ein langer Zwischenstopp

Ursprünglich wollten wir auf den Azoren lediglich einen Kurzstopp zum Einkaufen einlegen. Doch schnell war die natürliche Schönheit dieser portugiesischen Atlantikinseln erkannt, und wir genossen 14 Tage in diesem wohltuenden Grün. Hier herrschen das ganze Jahr über gemässigte Temperaturen, normalerweise zwischen 15 und 25 Grad. In den Häusern finden sich daher keine Heizungen.

Wir haben die Häfen der Inseln Flores, Fajal und São Jorge angelaufen, und überall Freunde vorgefunden, welche wir teils schon vor der ersten Atlantiküberquerung kennengelernt haben. Die Szene der Blauwassersegler ist um den ganzen Globus verteilt, und trotzdem trifft man sich immer wieder, wie schön!

Jedesmal ist die Freude gross, wenn ein befreundetes Schiff in den Hafen fährt. Man hilft sich zunächst mit den Leinen beim Anlegen und tauscht dann gleich mal die letzten Neuigkeiten aus. Die Kids entern gegenseitig die Schiffe und spielen, oder wie im Falle der Jungs, tauschen die unterwegs programmierten Computerspiele aus.

Das stete Wiedersehen kommt daher, dass sich die Seglerszene je nach Ort und Jahreszeit mit den vorherrschenden Winden bewegt. Im Spätherbst ziehen die Schiffe über den Atlantik in die Karibik, und wer nicht in Richtung Pazifik oder Nordamerika abgebogen ist, der kommt im üblicherweise im Mai oder Juni auf den Azoren an.

Für uns markieren die portugiesischen Azoren zwei Drittel der Reise von der Karibik nach Nordeuropa. Auch wenn wir schon in Europa sind, so sind wir tatsächlich noch sehr weit draussen im Atlantischen Ozean.

Am allermeisten ist diese geographische Lage natürlich der hiesigen Bevölkerung bewusst. Die Namen vieler Restaurants und Firmen zeugen davon: So haben wir zum Beispiel im Restaurant OCEANIC gegessen, das Gelati im ATLANTICO geholt. Die Seekarte für unser nächstes Ziel in Frankreich konnten wir bei MID ATLANTIC YACHT SERVICES kaufen.

Wenn man über diese hügeligen Inseln fährt, wähnt man sich fast immer in einem Naturpark. Die Strassen sind meist mit Hortensien gesäumt, und in vielen Vorgärten blühen schon die Blumen. Die Felder in den Hügeln wurden einst mit Steinauern säuberlich unterteilt. Der kleinflächige Ackerbau hat jedoch ausgedient. Heute grasen hier und da Kühe. Die Milch wird mehrheitlich zu hervorragendem Käse verarbeitet.

Die Tourismus-Saison ist mit vier Monaten relativ kurz. Fragt man die Taxifahrer, wie die Lokalbevölkerung ihr Geld verdient, so wird immer auch der Staat als Arbeitgeber genannt. Man sieht den Inseln an, dass der Statt und die EU mit grosser Kelle in die Zukunft investiert. Im Moment fliesst das Geld vom flüssig vom Festland auf die Inseln, weil die autonome Lokalregierung dieselbe ist wie auf dem Festland. Die Häfen werden ausgebaut, die Strassen in einen ausgezeichneten Zustand gebracht, und grosszügig moderne Schulen gebaut.

Das Festland unterstützt die Lokalbevölkerung und versucht mit allerlei Mitteln, das Inselleben attraktiv zu halten. Der Staat kann unmöglich auf jeder Insel ein Spital betreiben. Damit Frauen auf ‘Nichtspitalinseln’ trotzdem ohne Kaiserschnitt im Spital gebären können, bezahlt der Staat den angehenden Müttern im letzten Schwangerschaftsmonat ein Zimmer in Spitalnähe.

Der Staat kommt auch für den Transport abseits wohnender Schulkinder auf. Die Inselflucht beginnt oftmals da, wo angehende Studenten zur höheren Ausbildung fast immer aufs Festland müssen. Selten kommen diese zurück, denn es gibt einfach zu wenige spezialisierte Jobs. Als Anreiz wiederum werden neu eröffneten Geschäften in den ersten fünf Jahren die Steuern erlassen.

Das vorteilhafte portugiesische Steuerrecht hat man auch in China erkannt. In jedem Dorf gibt es einen chinesischen Laden, vollgestopft mit einer Unzahl von Billigartikeln, meist Haushalt oder Bekleidung und Schuhe. Die Waren werden oft in den Transportkartons präsentiert. Die einzige Person im Laden ist der Chinese an der Kasse. Und wo ist der Trick mit den Steuern? Nach den fünf steuerfreien Jahren wechseln die Schlaumeier den Namen und den Inhaber, und weiter geht es steuerfrei. Die herkömmlichen Tante-Emma-Läden können haben es da schon sehr schwer.

Dabei haben die Inseln eine glorreiche wirtschaftliche Vergangenheit hinter sich. Einst nahmen die Ozeandampfer hier neue Kohle gebunkert. Dann kam die Fliegerei, und die Flugzeuge stoppten auf Santa Maria zum Auftanken. Der verbreitete Wahlfang währte bis in die 80er-Jahre. Als letztes hat die Globalisierung den Ackerbau genommen, weil es einfach billiger wurde, das Korn einzukaufen, als es anzubauen. Wie jedoch bereits oben angedeutet, läuft die wirtschaftliche Erneuerung. Und wir meinen, dass sie in eine gute Richtung läuft.

Unsere InselführerInnen Lurdes, William und Zélia haben nebst diesen Stories vor allem betörend schöne Vulkanlandschaften, Käsereien und spannende Kornmühlen für uns parat. Spätestens an den zerklüfteten Küsten tritt das schroffe vulkanische Erbe zutage. Hier wo einst die glühende Lava brodelnd und zischend ins Meer floss, kann man heute in eigens dafür hergerichteten Bädern ein erfrischendes Bad geniessen.

Wenn ich über die Karibikinseln gesagt habe, dass ich nie auf dieser Reise häufiger fotografiert hatte, so kann ich hier sagen, nie häufiger die Panoramafunktion gebraucht zu haben

Atlantic Crossing 2, Days 16-17

Day 16 brings us dolphins, and hundreds of them. One dolphin school goes and the next would come soon. They even travel with us through the night! The baby dolphins move in perfect synchrony with their mums. The jumpers jump and the speedies make crazy quick changes in direction at fast pace. So good to see them!

What feels less good are the cold northerly winds. The air temperature is down to 16 degrees, with the wind chill further lowering it to estimated 12 degrees.

On the last day, we get head winds and this is when sailing becomes either fun or nasty, depending on the view. This time it is an uphill battle. True wind is at 25 knots which my doesn’t sound so bad, but it’s definitely far away from being comfortable. Waves break against the hull, the cockpit gets an ugly shower, and we have plenty of motion and noise inside the cabin.

The chilled Caribbean ‘ting’-lemonades stay in the fridge. Hot tea is the preferred drink now. The writing on the tea bag in German language says something about feeling well and cozy. But also two or three cups wouldn’t bring the Caribbean warmth back into the toilet seat. Everything feels cold and the last bit of Caribbean humidity can be found as condensed droplets on the cold aluminum frames of the windows, what a change 16 1/2 day on sea can do!

Since we were a bit lazy with adjusting the clock, we had to turn it forward by one hour, on four days in a row. That makes us sleeping long into the mornings. The good thing about getting considerably further north is that the evenings get longer before it gets dark. Oh how great this is!

After 2’420 nautical miles or 4’500 Kilometers on sea we are now reaching the outermost post of the Azores Islands. Those nine islands are still pretty far out in the Atlantic Ocean. They belong to Portugal and are part of the European Union, however the islands called Flores and Corvo geologically sit on the Northern American tectonic plate. That means that after Europe, Africa and Central America, our trip comes to a tiny little halt in North America ;-)!

Once more, YUANA did an outstandingly great job. Nothing broke so far on this crossing. So we could just focus on reaching our destination! That can by far not be taken for granted. Again: Great Hallberg-Rassy, apparently with appropriately performed maintenance. Touch wood.

The bigger compliment however goes to Manuela and the kids. Being at sea can be tough. Perhaps we wouldn’t have gone sailing, would we have known how tough such a crossing can be. Why? We wouldn’t have imagined that we can do it! And we did it and it was more all right!

Particularly the daughter wasn’t keen on sailing long distances. To relax, we gave her the option to fly from Azores to our next stop in France, would she be completely fed up with blue water cruising. Looking at her now, we see a pretty proud young lady who is aware of her achievement, with no further discussion about flight schedules. Isn’t that unbelievably great?!

On Flores, our extra crew Michael will leave the Yuana team. Michael experienced some though days with motion thickness. But finally and that is what counts, he realized his dream of an Atlantic Crossing, Congratulations!

We plan to stay a bit in the Azores, before sailing back to the continent.

Sailed distances:
Day 17: 60nm (approx)
Day 16: 130 nm

Atlantiküberquerung 2, Tage 13-15

Seit wir in Holland abgefahren sind, nutzen wir das neuseeländische PredictWind, um uns ein Bild über das Wetter der nächsten Tage zu verschaffen. PredictWind stellt vier Wettermodelle zur Verfügung, deren Prognosen über 3-5 Tage recht konsistent sind. Darüberhinaus weichen die Vorhersagen ad extremis diametral voneinander ab. Aufgrund der Angaben von PredictWind haben wir unsere bisherigen Abfahrtszeiten und Strecken geplant. Meist waren wir ja nicht länger als 24 Stunden unterwegs.

Steht eine zweiwöchige Reise durch ein unbeständiges Seegebiet an, so bringt klimatologisches Fachwissen die Erkenntnisse, welche für eine schnelle und komfortable Routenwahl notwendig sind. Weil beides sicherheitsrelevant und für uns wichtig ist, haben wir einen ausgewiesenen Spezialisten für das sogenannte Weather Routing ins Yuana-Team geholt.

Sebastian von der WetterWelt in Kiel schickt uns etwa alle 5 Tage seinen Vorschlag, wie wir den weiteren Routenverlauf planen können. Stets folgen wir Sebastians Empfehlungen, oder besprechen mit ihm unsere Alternative. Das gibt uns zusätzliche Sicherheit bei der Streckenwahl, und obendrein macht die Zusammenarbeit Spass! Sebastian wird uns bis ans europäische Festland begleiten.

Spass haben wir auch sonst an Bord: Endlich gibt ab und zu es Delfinbesuch. Es ist jedes Mal toll, diese Tiere bei ihren grazilen Luftsprüngen oder den schnellen Spitzkehren im Wasser zu beobachten.

Mehr Spass? Raclette auf dem weiten Ozean. Dem gibt es nichts hinzuzufügen. Ausserdem haben wir während dem Essen gelernt, dass die Flamen Ellenbogen sagen, wenn es bei uns Hörnli gibt. Einem Glückspilz sagen sie Glücks-Sack! Wenn wir Schweizer früher Mohrenköpfe und die Deutschen Negerküsse genossen haben, so hatten die niederländisch sprechenden Belgier dafür einen Ausdruck, den ich hier unmöglich wiedergeben kann: weder politisch korrekt noch jugendfrei. Wer es unbedingt wissen will, der kann mich ja fragen.

Unser Belgier Michael (wir nutzen oft auch den Belgischen Standardnamen Jan für ihn) ist mittlerweile auch schon recht gut bei schweizerischen Zungenbrechern: Dä Papst hät zSpiez sSpäck Bschteck zspat bstellt geht schon fast fehlerfrei!

In der ersten Nachtschicht (ca 22 bis 2 Uhr) schaue ich dem Wetterleuchten zu. Gemäss Radar ist es 25 Meilen entfernt. Die Höhenwinde bringen es jedoch rasch zu uns, und so bricht auf Yuana plötzlich der Wetter-Aktivismus los. Schnell wird die Fock gerefft. Notebook, Tablets, Handys und der Satellitenempfänger wandern umgehen in den Backofen. In diesem Faradayschen Käfig sind sie offenbar vor Blitzschäden geschützt.

Das Gewitter zieht mit einigen hellen Zuckungen über uns hinweg. Passiert ist zum Glück nichts.

Etmale:
Tag 15: 134 sm
Tag 14: 150 sm
Tag 13: 155 sm

Atlantic Crossing Days 10-12

Our expectations about what to find north of the high pressure ridge were like ‚just wind‘. We got the winds, quiet nicely in average. Unfortunately we got more than that. Compared to the before the high, the weather has changed completely:

The air is now fresh and humid, with fog particles at times, feeling cold at night. We had to dig for pullovers and long pants, something we haven’t been using for far more than half a year.

We are already 2000 kilometers away from the Caribbean. Looking up our last photographs from Sint Maarten show plenty of beach fun and beach bar. Now and just two weeks later, all those pictures appear like distant memories.

At least we are progressing well and make good speed, our bow cutting North Atlantic waters. Bermuda is in safe distance 😉 and we are sailing eastwards. There is a map pinned to our saloon wall, with colorfully decorated post-it’s around. Every 200 Miles the kids can grab one of the post-it’s, each one hiding a little surprise ready on its back side. As the clock shows 1’250 nautical miles to go, it is time for the Half Way Party! Adults get some bubbles and the kids a movie time with sweets and pop corn.

Our radio nets with Gianni become more colorful day by day. Firstly we would always tell each other the current, positions, course, speed and sail configuration. Then follows discussion of weather forecasts and conclusions for next waypoints. Our decisions were quite similar so far. Finally we exchange tails about sailing boats, design aspects or yachting destinations. That’s quite a bunch of talking, twice a day. On either side, the whole crew sits around the speaker and listens what moves the other boat.

What are the kids doing all day long? They enjoy their postponed spring holiday. For once it includes a lot of screen time. The boy became a real fan of Harry Potter. In the evenings we read the books in English, and on the next day, he would read the same in German again. Moreover, he deeply studies whatever related information he can get from our offline Wikipedia. And that’s a lot! The daughter loves playing computer games developed by her brother, quite fun actually! Then she uses her new drawing pens. She can sit in a corner for hours, drawing the same picture several times, until she likes it best.

Day 12 brings us the cold front of a low. It passes with some wind increase an significant change of wind direction. Already before that, the sea went up with waves of 4 Meter peak height. They are more fun than a problem as they don’t break this time. Yuana takes those waves very easily, going smoothly up and down with no hassle at all. It was fun flying down the waves, Yuana going faster than 12 knots.

The end of the day brings us low winds thus motoring through the night.

Sailed distances:
Day 12: 147 nm
Day 11: 156 nm
Day 10: 158 nm

Atlantiküberquerung 2, Tage 7-9

Nach sechs Tagen unter Segeln befinden wir uns bereits wieder auf der nördlichen Breite von Madeira, wenn auch noch immer auf der amerikanischen Seite des Atlantiks. Nun stecken wir bereits in der Flaute des langgezogenen Hochs, welches die südlichen Ostwinde von den nördlichen Westwinden trennt. Dieses Hoch müssen wir queren, und das geht nur mit dem Motor.

Nach der Schaukelei der vergangenen Tage ist uns das Hoch eine willkommene Abwechslung. Man kann sich im Schiff bewegen, ohne sich laufend irgendwo festhalten zu müssen.

Weil es hier keinen Wind gibt sind auch die Wellen zahm, und so halten wir das Schiff an und springen zum Baden in den weiten und tiefen Ozean. Dabei bleibt immer einer an Deck. Es soll ja mal einen schweren Vorfall gegeben haben, wo die ganze Schiffsbesatzung ins Wasser sprang. Jedoch kam keiner mehr zurück an Deck, weil man die Badeleiter nicht heruntergeklappt hatte.

Während wir fröhlich baden fährt mit einigen Meilen Abstand der VERMONT TRADER vorbei, einer der Ozeanriesen, welcher die Güterflüsse der globalisierten Welt am laufen hält. Es ist bei weitem nicht das einzige kommerzielle Schiff, welches wir in diesen Tagen sehen. Leider schwimmt entlang dieser Schifffahrtsrouten auch immer wieder Plastikmüll. Nur Fische scheint es nicht zu haben. Jedenfalls will seit Tagen keiner anbeissen. Die einzigen Lebewesen sind Seevögel und Portugiesische Galeeren.

Letztere sind eine Symbiose aus zwei Lebewesen. Grob gesagt sitzt auf einer an der Wasseroberfläche schwimmenden Qualle ein Segel, etwa so wie ein aufgeklappter Augendeckel. Anstatt Wimpern hat er Stacheln oben drauf. Von weitem sieht dieses äusserst giftige Geschöpf wie ein im Wasser stehender Boden einer PET-Flasche. Sie glitzern auf dem Wasser transparent, grazil, uns super schön!

Die ruhigen Tage Hoch geben mir die Gelegenheit für eine ausführliche Sichtprüfung der Ausrüstung an Deck. Ich nehme gleich drei Schraubenzieher mit, und ziehe einige Duzend Schrauben nach.

Abends vor dem Schlafengehen holen wir die Kinder nochmals ins Cockpit, um den Himmel zu bewundern. Im Westen brennt förmlich die Venus, während der Mars, Pluto und Saturn direkt nebeneinander über dem südöstlichen Horizont stehen. Letztere beide sehen wir vor allem auf dem Nachthimmel-App im iPad. Mit dem Feldstecher bestaunen wir die sphärische Oberfläche des hellen Halbmondes. Wir dichten lustige Geschichten, wonach Orion beim Ritt im Bärenwagen über Cassiopaia gestolpert sei. Nun liegen sie alle bewegungslos da…

Tag 9: 147 sm
Tag 8: 122 sm
Tag 7: 137 sm

Atlantic Crossing Days 4-6

We get really well along the western side of the Bermuda Triangle, outside of course, haha. The winds are good and it is already day 5 when we undo the reefs for the first time on this leg. Yuana is so nicely running and we enjoy this trip so far.

Twice each day we talk to Gianni on the nearby boat EUTIKIA over the VHF Radio. Gianni and his wife have circumnavigated the world during the last 10 years and are now on their way home to Venice. We have lots of common topics and reflect the weather forecasts and further routing strategies.

There is also a friend of Gianni on board. It didn’t take long to discover that the friend is living in Buttrio. Buttrio is a place in Friaul, northeastern Italy, and well known to all of my colleagues from former work.

So it was high time for telling a true joke which happened in our own offices in the Friaul region: Our American Sales person was there to discuss an project. The running gag was, that the American continuously understood ‘dear boy’ when his local partner (out of a unfavorable habit) in fact was badly swearing time after time in his local language Friulano.

So we had a good laugh with Gianni and his crew over the radio. Old times, good times. OMG, how much I loved being together with my peers from Udine…! Missing you guys!

Actually we are approaching the latitude of around 32 degrees where a 3000km long high pressure ridge separates the westwards flowing winds in the south from the eastwards flowing winds in the north. We need to cross the high to enter that eastward flowing wind belt. It would bring us back to Europe.

Ahead of entering this area we study the wind maps carefully. We download them daily via satellite. There are four different models and along with our own weather observations, we decide which model to believe and where to cross the high pressure ridge.

The ones who follow our track on the webpage may have asked themselves why we do funny curves sometimes rather than following straight lines? This all has to do with the winds as well. If the easterly winds turn somewhat north on our way north, then we would do a curve towards west because we don’t want to sail too high against the wind. Uncomfortable for people and equipment.

The next post will be about crossing of the high pressure ridge.

Sailed distances:
Day 6: 152 nm
Day 5: 151 nm
Day 4: 156 nm

Atlantiküberquerung Tage 1-3

Hallo liebe Yuana-LeserInnen

Bereits haben wir die ersten drei Tage unserer zweiten Atlantiküberquerung hinter uns. Bei einem konstant kräftigen Ostwind um 20 Knoten zieht Yuana mit etwa 7 Knoten nach Norden. Man steuert so, dass der Wind stets von der Seite oder von hinten weht. Das ist am angenehmsten, und man kommt so auch relativ gut vorwärts.

Somit führen uns die vorherrschenden Winde erst mal in Richtung der Bermudas. Nach fünf oder sechs Tagen biegt man mit dem Wind in Richtung der Azoren ab. Die Bermuda-Inseln könnte man mit einem kleinem Umweg ansteuern. Da unsere Extra-Crew Michael nicht beliebig viel Zeit aufwenden kann, wählen wir lieber den direkten Weg.

Unsere Fahrtstrecke beträgt mehr als 2500 Seemeilen oder knapp 4800 Kilometer, an einem Stück! Dafür brauchen wir normalerweise etwa 18 Tage und viel Proviant. Yuana ist daher wieder einmal schwer beladen und wir fahren mit etwa zu 40% gerefften Segeln, um den Mast und die Wanten (die Drähte welche den Mast halten) zu schonen.

Trotzdem fährt Yuana überraschend schnell, teils deutlich über 7 Knoten! Sie hat von einem Taucher den Bauch saubergeschrubbelt bekommen, nachdem der Termin mit dem Auskranen in Sint Maarten kurzfristig abgesagt wurde. Daher ist der Schiffsbauch jetzt wieder aalglatt und das Schiff unerwartet schnell.

Die karibischen Gewässer liegen bereits weit hinter uns. Tatsächlich wird das Meerwasser jeden Tag ein Grad kühler: 30 – 29 – 28 – 27 Grad. Angefangen hat unsere Fahrt mit einem ausgeprägten Schaukelpferderitt. Die für den zweiten Reisetag vorgesehene Feier zu unserem 14. Hochzeitstag wurde wegen der fortgesetzten Schaukelei kurzerhand verschoben, dabei stand der gut gekühlte Champagner schon bereit.

Nach zwei Wochen im ruhigen Hafen braucht jeder weite erst einige Angewöhnungstage. Das gilt im Besonderen auch für unsere neue Crew Michael. Die ersten beiden Tage haben ihm ziemlich stark zugesetzt, aber er ist hart im Nehmen, und mittlerweile geht es schon ganz gut.

Das Meer hat immer mal wieder saftige Wellen für uns parat. Diese klatschen seitlich an den Schiffsrumpf. Sodann fliegt die Gischt kübelweise über das Deck, über die Sprayhood und über das Cockpit, und schliesslich hinter dem Schiff wieder ins Meer. Meist bleiben wir dabei trocken.

Trotzdem hat Manuela heute im Cockpit gleich zwei kalte Duschen abbekommen. Bereits am Vortag war ein Schwall von etwa 20 Litern Meerwasser durch das offene Küchenfenster hereingedonnert. Fliegendes Wasser findet jeden Weg: kein Küchenschrank ist innen trocken geblieben. Die Navi-Ecke hat zum Glück nur wenig abbekommen, dafür waren die Teppiche völlig durchnässt. Dummerweise war Markus der verantwortliche Koch, und Putzen macht speziell auch in diesem Falle keine Freude.

Hingegen hat diese über das Schiff fliegende Gischt in den dunkle Nächten plötzlich seinen Charme, denn mit etwas Glück siehst du nun das Meeresleuchten plötzlich über dir!

Obwohl zu dieser Jahreszeit täglich Duzende von Yachten ab der Karibik in Richtung der Azoren gehen, haben wir noch keine Transpondersignale anderer Yachten aufgefangen. Damit ausgerüstete Schiffe senden ihre Position in einem Umkreis von 30 – 50 Kilometern. Zur Kollisionsverhütung ist das zwar ausreichend. Kollegen findet man damit auf dem grossen Teich im Normalfall jedoch keine. Der Atlantik ist dafür einfach zu gross.

Ich werde euch alle drei oder vier Tage einen kleinen Bericht schicken. Inzwischen gibt es auf http://www.yuana.life/we auch einen Link, wo ihr unsere Position stündlich nachgetragen findet.

Schöne Grüsse vom weiten Ozean!
Markus

Etmale:
Tag 3: 163 sm (Rekord!)
Tag 2: 153 sm
Tag 1: 135 sm